Für drei Debaterinnen ist es das letzte Mal
Wie jedes Jahr tritt das Friedrich-Abel-Gymnasium auch in diesem Jahr bei der offenen Europameisterschaft im School-Debating (EurOpen) an. Mit Leonie Lehmann, Leonie Schulte Carolin Both, Rebecca Krüger und Alexandra Odenbreit (v.l.n.r.) sind nur „alte Hasen“ am Start, die dieses Jahr zum zweiten oder dritten Mal an der internationalen Veranstaltung teilnehmen. Für die Abiturientinnen Carolin, Rebecca, Leonie S. wird es das letzte Mal sein. Alle debattieren seit fünf oder sechs Jahren und der Abschied wird ihnen sicher schwerfallen. Zwar wird an manchen Universitäten auch debattiert, aber meist auf Deutsch und – da sind sich alle einig – das ist nicht dasselbe, „da fehlt einfach das Salz in der Suppe“.
Aber noch ist es nicht so weit. Dieses Jahr finden die EurOpen zum zweiten Mal online statt und wieder mit einer Rekordteilnehmerzahl: 169 Teams aus aller Welt sind am Start in zwei Zonen. Das FAG hat sich für die Red Zone entschieden und wird somit gegen Teams aus Europa, Afrika und den Amerikas antreten. Die Debatten finden Freitag, Samstag, Sonntag jeweils um 16h und 19h statt. Der eigentliche Tag beginnt schon um 14h mit der Vorbereitung der Impromtu-Debate. Alle 169 Teams weltweit von Vancouver bis Hongkong, werden dann das gleiche Thema vorbereiten: Das FAG wird um 16h MEZ sprechen, während es bei den Kanadiern in Vancouver erst 8h morgens ist, in Hongkong dann aber schon 24h ist.
Das FAG wird später um 19h seine vorbereitete Debatte präsentieren. Die Teams aus der Green Zone haben diese Debatte dann schon lange hinter sich, denn sie haben dieses Thema morgens vor dem Improptu debattiert: This House prefers a world where developing countries adopted 3rd world alternatives to current international institutions (eg. African Criminal Court or BRICS Development Bank) instead of remaining in current international institutions (eg. the International Criminal Court, World Trade Organization, World Intellectual Property Organization). Wer jetzt nur “Bahnhof” versteht, tut dies zu Recht: das Thema ist weltweit angelegt und schwer: Sollten Entwicklungsländer aus den großen weltweiten Organisationen austreten und kleineren beitreten oder diese sogar selbst gründen. Da mussten die FAG-Debaterinnen wieder wochenlang zu den jeweiligen Organisationen recherchieren, um dann die Argumente gegeneinander abwägen zu können: Eine zentrale Rolle bei den kleinen Organisationen spielt BRICS, das mit seinem Sitz in Shanghai schon auf die Gefahren eines solchen Beitritts hinweist. Spannend wäre es sicher, dieses Thema gegen ein chinesisches Team zu debattieren, aber diese sind ja alle in der Morgengruppe. Das gleiche Thema wird noch einmal am Samstagabend debattiert – aber auf der anderen Seite. In der zweiten vorbereiteten Debatte am Sonntag geht es um eine europäische Thematik, da es ja eine Europameisterschaft ist: This House believes that the UEFA should set absolute financial caps on transfers and salaries. Klingt wie ein Fußball-Thema, aber in Wirklichkeit geht es natürlich um die Frage, ob Fußball ein Wirtschaftssektor ist wie jeder andere, in dem Angebot und Nachfrage den Preis regulieren sollen.
Eigentlich enden die EurOpen erst am Mittwoch. Aber ab Montag debattieren nur noch die 32 besten Teams weiter. „Da machen wir uns keine Hoffnungen,“ sagt der Coach des FAG, „wir hoffen bei dem unübersichtlichen Teilnehmerfeld auf die obere Hälfte, also besser als Platz 85“. Im Finale stehen sich sicher wieder ein Englisch-muttersprach-liches Team und ein Team aus China gegenüber. In China gibt es besondere Nachmittagsschule für Debater, an denen je 600 Schüler und Schülerinnen täglich bis zu sechs Stunden debattieren. Das ist dann schon eine andere Welt.
Aber „Dabei-Sein ist alles“ wird es nun für Carolin, Leonie und Rebecca noch ein letztes Mal heißen.
Dass trotzdem so viele FAG’ler daran teilnahmen und auch manche Fünftklässler schon 5 km durchhielten, war sensationell! 60 Schülerinnen und Schüler starteten nacheinander in die 5km-Runde und es war auffällig, dass das FAG mit so vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den blauen Laufshirts am Start waren. Das honorierte der Ensinger Verein mit einem Sonderpreis für die Gruppe mit den meisten Teilnehmern: Eine Vesperdose mit Inhalt, gesponsert vom Gummibärenland in Kleinglattbach.
Um 8 Uhr kamen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5a von Frau Dercks und 5b von Frau Jochemko mit ihren Eltern. Gleich zu Anfang erinnerte eine Foto-Show daran, wie bunt und lustig die Einschulung mit Max oder dem kleinen Prinzen in anderen Jahren war, wenn alle Sechstklässler noch einmal mit einem Potpourri aus ihrem Fünfermusical die neuen Fünfer begrüßten. Anders als im letzten Jahr durften am Dienstag aber doch einige Sechser in die Stadthalle kommen. Die Orchesterklasse 6 spielte unter Leitung von Frau Regina Bauer zuerst einen Satz aus der Symphonie mit dem Paukenschlag. Zwar gab es keine Pauke, aber an der richtigen Stelle ganz viel Lärm durch andere Instrumente. Zusammen mit witzigen Texten zu Musikaufführungen und dem anschließenden Haifischsong aus der Dreigroschenoper bekam so die Begrüßungsveranstaltung endlich wieder die ihr zustehende Heiterkeit zurück. 







