Bilanz und Aufbruch
Das FAG verabschiedet seine Abiturienten
mst. Es ist der Höhepunkt des Schuljahres: Alle Abiturprüfungen sind vorbei, die Zeugnisse liegen frisch gedruckt zum Unterschreiben bereit, die Redner feilen an ihren Beiträgen und das Friedrich-Abel-Gymnasium verabschiedet zuletzt seine Abiturienten – so geschehen am Freitag, dem 10. Juli 2026 in der Stadthalle Vaihingen. Den Auftakt der Abschlussfeier bildeten Schülerinnen und Schüler der Big Band mit dem Song „Cantaloupe Island“ unter der Leitung von Herrn Markus Sauter.
Nach der Begrüßung strich der Schulleiter Herr Stephan Damp in seiner Rede gleich zu Beginn hervor, dass alle 65 Abiturientinnen und Abiturienten, die zum Abitur zugelassen waren, auch bestanden hätten und der Durchschnitt nach Notenpunkten in diesem Jahr am Friedrich-Abel-Gymnasium 582,50 Punkte betrug, woraus sich ein Gesamtdurchschnitt von 2,39 für die Abiturnote ergibt. Nach dieser ersten Bilanz in Zahlen widmete sich Herr Damp dem Thema KI, das zunehmend auch das Schulleben am FAG beeinflusst. So strich er in seiner Rede heraus, dass die meisten Menschen noch vor wenigen Jahren bei der Erwähnung des Begriffes „KI“ an Science Fiction gedacht hätten und nun klinge es nach „digitaler Lernbegleitung in dialogischer Form“. Stephan Damp zog anschließend einen – vermutlich vor allem für Schüler interessanten – Vergleich heran, wie die Abi-Vorbereitung früher und im Gegensatz zu heute aussah: Bücher aufschlagen, Texte markieren, Karteikarten schreiben, verzweifeln, Kaffee trinken, weiter verzweifeln. Heute sehe es wie folgt aus: Laptop aufklappen, Prompt eingeben, Antwort kopieren, misstrauisch werden, zweite KI fragen, verzweifeln, dritte KI fragen, weiter verzweifeln. In der Folge hob Herr Damp hervor, was KI nicht könne: Sie ersetze nicht das eigene Denken, sie könne nicht entscheiden, ob das, was dastehe, wahr, erfunden oder sinnvoll sei. Sie könne nicht fühlen, wie sich eine letzte Prüfung anfühle, sie könne keine Freundschaften schließen und keine Stimmung wie die, die sich gerade in der Halle spüren lasse, erfahren. Sie könne nicht trösten und nicht lieben. Der Schulleiter des FAG schließt seine Rede mit einem Appell an die Absolventinnen und Absolventen: „Geht hinaus in die Welt. Denkt selbst. Bleibt menschlich.“
Auch Herr von Malsen-Waldkirch, der als Vertreter der Elternschaft die Abiturienten verabschiedete, thematisierte den Neuanfang, der jetzt für die Abiturienten anstehe und erinnerte in seiner Rede an das Jahr 2020. In diesem Jahr sei plötzlich nichts mehr selbstverständlich gewesen, das Familienleben sei von Fernunterricht, Stummschaltung und vermeintlich oder tatsächlich nicht funktionierenden Lautsprechern beherrscht gewesen. Die Schülerinnen und Schüler hätten zu dieser Zeit auf ihre Freunde, auf ihr soziales Leben verzichten müssen und kaum sei dies überstanden gewesen, hätte das Thema KI sich breitgemacht. Herr von Malsen-Waldkirch betonte, dass es wichtig sei, die richtigen Fragen zu stellen und Verantwortung zu übernehmen. Im Anschluss daran lobte er ausdrücklich die Lehrkräfte, die mit den Schülern nicht nur Klassenfahrten unternommen hätten, sondern Potentiale erkannt, Mut gemacht und sich Zeit genommen hätten. Er stellte fest, dass sich die Schülerinnen später an die Lehrer erinnern würden, die ihren Beruf geliebt und dies ihrer Schülerschaft auf vermittelt hätten.
Die Übergabe der Zeugnisse übernahmen Herr Rainer Geppert, stellvertretender Schulleiter, und Herr Benjamin Walf. Herr Geppert wies die Festgesellschaft darauf hin, dass Sophie Eisele krankheitsbedingt leider die letzten beiden mündlichen Prüfungen nicht absolvieren konnte, de facto das Abitur aber schon bestanden hätte und schickte unter großem Applaus die besten Wünsche an die Abwesende. Imanuel Fehse erreichte die Traumnote 1,0, war damit der jahrgangsbeste Absolvent und erhielt einen Preis der VR-Bank. Bei der Übergabe der Preise zeigte sich die Leistungsstärke des Jahrgangs: Insgesamt gab es 20 Preise und 6 Belobungen. Die 20 Preise für einen Notenschnitt von besser als 2,0 erhielten: Clara Haubennestel, Iris Grünewald, Lotta Kernberger, Daniel Bosch, Regina Rehm, Carlotta Schwizer, Paula Becker, Sven Philipp, Malte Schnitter, Felix Baath, Hanna Schneider, Eva Gellink, Florian Kastner, Sophie Döbler, Rahel Waimer, Jona Kaufmann, Anna Kopf, Julie Schlemme, Sandor Kovac und Imanuel Fehse.
Die 6 Belobungen für einen Notenschnitt von 2,0 bis 2,1 gingen an Linda Riedel, Manuel Schneider, Levi Schuhmacher, Benjamin Smith, Max Streisel und Liam Waibel.
Die Rede der Scheffel-Preisträgerin – in diesem Jahr Paula Becker – stellt den Höhepunkt des Abends dar. Der nach Joseph Victor von Scheffel (1826-1888) benannte Scheffel-Preis für hervorragende Leistungen im Fach Deutsch wird seit 1928 von der Literarischen Gesellschaft verliehen und ist sehr renommiert. Paula Becker zog in ihrer Rede eine Bilanz der Schulzeit, erinnerte ihre Schulzeit, die den Abiturienten die Anfänge von dem gezeigt hätte, was sie seien, was sie sein würden und was sie gewesen wären. Dazu gehörten Dinge, Gefühle und Erfahrungen, die niemand ganz erfassen könne. Irgendwo in diesem Spektrum liegt für die Rednerin die durch die Schule geförderte Fähigkeit, zuzustimmen, gegen etwas zu sein oder sich auch unsicher zu sein. Und so banal dies auch klinge, für Paula Becker sind das die grundlegenden Dinge für ein gelingendes Leben. Sie unterstrich im Anschluss die Bedeutung kritischen Denkens, des Reflektierens und der Auseinandersetzung. Die Welt werfe einem, mit ihrer Schnelllebigkeit, immer mehr Debatten an den Kopf, die eine Meinung zu verlangen scheinen: Deswegen sei es in der Folge an den Absolventen, Stellung zu nehmen und etwas zu sagen, zu Menschen- und Frauenrechten, zum Klimawandel oder zu den wichtigen Fragen in der nationalen und internationalen Politik - überhaupt zu allem, was die Welt bewege. Die Scheffel-Preisträgerin erinnert am Ende ihrer Rede an die Verantwortung der Abiturienten, die nun für Jugend und Zukunft stünden, Liebe in die Welt zu tragen, auch und besonders, wenn es manchmal hoffnungslos scheine.
Nach der Abiturientenrede wurden die Preise vergeben und in den Sprachen wurden folgende Auszeichnungen verliehen:
Der Feltrinelli-Buchpreis des Istituto Italiano di Cultura di Stoccarda ging an Fiona Plan. Der Fremdsprachenpreis Englisch wurde Anna Kopf und Hanna Schneider überreicht, den Fremdsprachenpreis Französisch (alle von Blessings4you) erhielt Sophie Eisele.
Paula Becker wurde – wie bereits erwähnt – der Scheffelpreis für außerordentliche Leistungen im Fach Deutsch und der Bischof-Sproll-Preis überreicht.
Mit dem Südwestmetall-Fachpreis Wirtschaft wurde Jona Kaufmann ausgezeichnet.
Im Fach Mathematik ging der Preis der deutschen Mathematikvereinigung an Imanuel Fehse, außerdem der Abiturientenpreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker.
Der Häcker-Chemiepreis ging an Rahel Waimer und Sophie Döbler.
Den DPG-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft samt Mitgliedschaft erhielt Sandor Kovac. Über eine DPG-Mitgliedschaft freuten sich außerdem Felix Baath, Florian Kastner, Manuel Schneider, Benjamin Smith.
Den Trumpf-NwT-Preis erhielten Florian Kastner und Sandor Kovac sowie Imanuel Fehse, der zudem den Preis des Vereins der NwT-Lehrkräfte BW überreicht bekam.
Den Vaihinger Musikpreis von Blessings4you erhielt Daniel Bosch.
Der Vaihinger Sonderpreis Bildende Kunst zusammen mit einer Bild-Rahmung der Galerie Burkhardt wurde Julie Schlemme überreicht.
Imanuel Fehse erhielt den FAG-Zimmermann-Preis für sein Engagement für die Schulgemeinschaft.
Nach der Übergabe der Preise ließen die Schülerinnen und Schüler der Musik-AG zum Abschluss „I just might“ erklingen.
Alle Absolventinnen und Absolventen am Friedrich-Abel-Gymnasium Abiturjahrgang 2026: Felix Baath, Sophie Bauer, Paula Becker, Berberich, Elias Binici, Emma Bomberg, Daniel Bosch, Nadine Brod, Karol Brzoza, Ben Cortese, Sophie Döbler, Marie Donabauer, Sophie Eisele, Adrian Elsenhans, Nadia-Sheyma El-Youssef, Sophie Falkenburg, Imanuel Fehse, Leni Fischle, Eva Gellink, Iris Grünewald, Nathanael Hahn, Clara Haubennestel, Tim Hausmann, Leah Henkel, Yannick Herges, Elias Jacob, Florian Kastner, Jona Kaufmann, Lotta Kernberger, Leon Kicherer, Kiesel, Anna Kopf, Sandor Kovac Hannes Litschko, Wan Ying Liu, Mona Olbrich, Hanna Pfleiderer, Sven Philipp, Fiona Plan, Darrelle Plewa, Benjamin Raisch, Regina Rehm, Linda Riedel, Lena Rostan, Aron Sakpah, Yasemin Schilling, Julie Schlemme, Alissa Schmeckenbächer, Hanna Schneider, Manuel Schneider, Levi Schuhmacher, Carlotta Schweizer, Paul Smead, Benjamin Smith, Emma Stempel, Max Streisel, Maximilian Tvrdak, Emma von Malsen-Waldkirch, Liam Waibel, Rahel Waimer, Emma Weber, Silvan Weik, Jannik Wenz, Clara Wizgall, Leonie Wünsch.








