FAG ist digitale Schule

Auf dem diesjährigen MINT-Kongress in Reutlingen wurde das Friedrich-Abel-Gymnasium in Vaihingen Enz mit dem bundesweiten Signet „Digitale Schule“ ausgezeichnet. Abteilungsleiterin Heike Dercks und Schulleiter Hans-Joachim Sinnl nahmen die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde von Harald Fisch (2.v.r.), Geschäftsführer "MINT Zukunft schaffen!", Stefan Küpper (1.v.l.), Geschäftsführer Politik, Bildung und Arbeitsmarkt Arbeitgeber Baden-Württemberg, Thomas Schenk (1.v.r), Vorsitzender SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg e.V., entgegen (Foto MINT Zukunft).
Auszeichnung digitale SchuleAuszeichnung digitale Schule „Die Anstrengungen haben sich gelohnt“, lobte Schulleiter Sinnl seine Abteilungsleiterin. Heike Dercks zeichnete wesentlich dafür verantwortlich, dass am FAG IMP eingeführt werden konnte.
Aber die Erfüllung eines Bildungsplaninhalts allein genügt natürlich nicht, um das begehrte Signet zu erhalten. Die Beschäftigungen der Fachschaften mit digitalen Unterrichtseinheiten, die zu einem digitalen Curriculum führen, der Einsatz von Computern und Programmen im Unterricht, das digitale Tagebuch, die Digitalisierungselemente in der Ganztagsbetreuung und vieles mehr waren Bausteine, die dazu führten, dass das Friedrich-Abel-Gymnasium zu den 34 digitalen Schulen in Baden-Württemberg gerechnet werden kann.
„In einer digitalen Gesellschaft und Arbeitswelt ist es zwingend notwendig, die Schüler mit digitaler Kompetenz auszustatten, so Schulleiter Hans-Joachim Sinnl. Ähnlich argumentierte auch Harald Fisch, der „erschreckend viele MINT- und Digitalanalphabeten“ auch unter jungen Leuten sieht. Eine Handvoll Computer im

Klassenzimmer reiche nicht aus, um dies zu verbessern. Den ausgezeichneten Schulen bot der Geschäftsführer MINT Zukunft schaffen eine wissenschaftliche Evaluation und eine Vernetzung an, um die Qualität weiter auszubauen und nachhaltig zu sichern.
Stefan Küpper hoffte, dass die digitale Transformation in Gesellschaft und Wirtschaft zum Schub für die Schulen werden könne, obwohl sein Verband auf die Breite im MINT-Bereich setze, das I also nur ein Bestandteil sei. „Schule hat die Aufgabe, junge Menschen stark zu machen, um Veränderungsprozesse in der Wirtschaft und Gesellschaft positiv aufnehmen zu können.“ Innovative Schulkonzepte führten zum Optimismus und zum Veränderungswillen der jungen Generation.
Thomas Schenk dankte insbesondere den Lehrern, die er als entscheidende Faktoren ausmachte, um Schüler zu begeistern. Die auf etwa zehn Jahre ausgerichteten Bildungspläne sah er dagegen sehr kritisch. „Wir brauchen nicht statische, sondern sich selbst entwickelnde Pläne, um den Herausforderungen gerecht zu werden.“ Nirgends sehe man dies deutlicher als im Bereich der Informatik.
Leonore Dietrich, Fachausschuss Informatorische Bildung in Schulen der Gesellschaft für Informatik und Sprecherin der Fachgruppe Informatiklehrer/innen in Baden-Württemberg, strich hervor, dass es schulische Aufgabe sei, die Schüler mit Kompetenzen auszustatten, dass sie nicht von der Digitalisierung getrieben würden, sondern sie gestalten könnten. Den Pflichtbereich Informatik im Bildungsplan bewertete sie als angemessenen Anfang, „aber da wird mehr folgen.“ Digitale Schulen böten den Schülern deutlich mehr als vom Pflichtbereich des Bildungsplanes abgedeckt wird, so Leonore Dietrich.
Schulleiter Sinnl sah dies ähnlich. „In allen Fachbereichen wird es künftig bei Fortbildungen eine digitale Einheit geben. Am FAG freuen wir uns auf diese Anregungen.“