Jesus Christ Superstar

Wenn Rock auf die Passionsgeschichte trifft

Ein Bericht von Sophia Thüry

Rockig, mitreißend und dramatisch - Diese drei Adjektive könnten passender nicht sein, um die Rockoper Jesus Christ Superstar zu beschreiben, die der Musik-Basiskurs der J1 am Mittwoch, den 17. Juni, besucht hat. Die Veranstaltung fand im Theater Pforzheim statt, das vor allem für seine hochwertigen Opern und Musicals bekannt ist. Die Rockoper Jesus Christ Superstar fand dort schon mehrmals statt, die Premiere im Jahr 2026 war am 07. Februar und seither wurde das Stück regelmäßig besucht und erhielt viele positive Rückmeldungen.

In dem Stück werden die letzten sieben Tage des Lebens Jesu in leicht abgewandelter Form musikalisch dargestellt. Leicht abgewandelte Form deshalb, weil neben Jesus auch Judas eine sehr wichtige Rolle spielt. Judas, für all diejenigen, die nicht sehr vertraut mit der Passionsgeschichte sind, war der Jünger, der Jesus verriet, was daraufhin den Tod Jesu zur Folge hatte. Die Figur des Judas steht seither als Sinnbild des Verrats, der Habgier und der moralischen Verkommenheit. Und genau diese Darstellung wird in dem Stück angezweifelt, da Judas Jesus dort aus Angst und der Überzeugung heraus, das Richtige zu tun, verrät und nicht aus Habgier oder Neid. Außerdem beschäftigt sich die Rockoper mit der viel diskutierten Frage, ob Judas wirklich frei gehandelt hat oder lediglich eine von Gott gegebene Rolle ausgeführt hat und Jesus verraten musste, damit die Geschichte überhaupt stattfinden konnte. Eine Antwort auf diese Frage gibt die Rockoper leider nicht.

Die Rockoper wurde von Andrew Lloyd Webber komponiert, einem sehr erfolgreichen Musikkomponisten, der besonders bekannt für seine Komposition weltweit bekannter Musicals wie zum Beispiel „Cats“ und „The Phantom of the Opera“ ist.

Das Stück wurde am 12. Oktober 1971 im Mark Hellinger Theater in New York uraufgeführt und wurde zunächst kontrovers diskutiert. Viele Menschen empfanden die Kombination aus einer „heiligen“ biblischen Geschichte und einer damals als „rebellisch“ geltende Musikrichtung als unpassend oder sogar respektlos. Außerdem kritisierten viele die am Ende weggelassene Auferstehung, die für viele Anhänger des Christentums von großer Bedeutung ist. Jedoch stieß die Rockoper auch auf eine große positive Reaktion und entwickelte sich zu einem internationalen Erfolg.

Musikalisch lieferte die Rockoper auf jeden Fall ab. Das Programm bot eine Mischung aus energiegeladener Rockmusik, Pop-Elementen und gefühlvollen Balladen, was das Stück so abwechslungsreich macht. Auch die Kombination des klassischen Orchesters und den rockigen E-Gitarren erzeugten ein beeindruckendes Klangerlebnis. Ein großes Lob gilt auch den Sängern, die besonders bei anspruchsvollen Gesangspassagen eine hervorragende Leistung brachten und die Zuhörer in ihren Bann zogen.

Obwohl der Begriff Oper bei Schülerinnen und Schülern nicht unbedingt Luftsprünge auslöst, fiel das Feedback erstaunlich gut aus. „Ich hatte mir eine Rockoper nicht so cool vorgestellt“, „Die Musik würde ich mir auch in meiner Freizeit anhören“ und „Man hat die Passionsgeschichte nochmal ganz anders erlebt“ waren nur einige der Aussagen der Schülerinnen und Schüler nach der Aufführung. Insgesamt also ein sehr gelungener Abend, der vielleicht bei dem ein oder anderen die Lust auf weitere Theaterbesuche geweckt hat.