„Du bist Alice???“ – von einem verwirrten Hasen, einer unschlagbaren Grinse-Katze und einer tyrannischen Königin
Während in einem sehr bekannten Lied der Band Smokie seit 1979 immer wieder gefragt wird, wer denn Alice sei, herrscht im Theaterstück „Alice im Wunderland“ – aufgeführt von der Theater-AG des Friedrich-Abel-Gymnasiums in der Peterskirche – großes Erstaunen, wenn die Hauptprotagonistin erscheint und alle fragen: „Du bist Alice? DIE Alice?“
Aber von vorne: Alice, in der Bühnenfassung unter der Leitung von Sarah Wolf und Monika Mann herrlich gespielt von Sophie Falkenburg, hat typische Teenager-Probleme: nichts zum Anziehen, Ärger mit der Mutter und die Nase voll von Geburtstagskronen aus Plastik, Kuschelhasen und Pink. Nach einer Auseinandersetzung läuft sie von zuhause weg und lernt das Weiße Kaninchen WK (Lif Rehm) kennen, das die erstaunte Alice über die Kanalisation in eine Welt führt, in der nichts ist, wie es sein sollte. Eine bedrohlich wirkende Hasenarmee nimmt Alice ihre Geburtstagskrone weg und sie lernt, dass hier keine Logik des Alltags gilt. Sie trifft auf „lächelnde Willkommenheißer“, die Kafka zitieren, sprechende Pflanzen und Insekten. Sie freundet sich mit dem verrückten Hutmacher (Naelle Capron) an, der zusammen mit dem Märzhasen (Sophie Lehmann), dem Siebenschläfer (Ina Hausmann) und der Maus (Dalina Krasniqi) seltsame Fünf-Uhr-Teekränzchen veranstaltet. Der Hutmacher ist laut eigener Aussage gut im Rätseln, aber nicht gut im Lösen dieser. Mit dem Auftauchen der Grinsekatze, überzeugend verkörpert von Sena Kizgin, wird Alice langsam klar, dass die Rote Königin (furios gespielt von Fiona Plan) das Wunderland tyrannisiert. Die Grinsekatze, momentan als „Glückskekstexterin“ voll ausgelastet, engagiert sich im Widerstand gegen die Rote Königin, die mordlustig auf rollenden Köpfen besteht und die ihre Verehrer, den zögerlichen Herzkönig (Felicia Janzen) und den wild entschlossenen Herzbuben (Jonas Binici), gegeneinander ausspielt und zu Mordtaten anstachelt.
Die unentwegt optimistische Grinsekatze bringt Alice zur pfeifenrauchenden Raupe (Emilia Binkele), die dieser zwar sehr philosophische, doch schwer verständliche Ratschläge gibt – ganz wie es sich für ein echtes Orakel gehört. Auch mit der Weißen Königin (Amara Gummert) macht die Grinsekatze Alice bekannt und so wird sie von dieser anschließend über das Orakel, das die Rote Königin zu entschlüsseln versucht, informiert.
Letztlich kommt es zur Gefangennahme des Hutmachers und seiner Freunde und zum finalen Showdown zwischen Alice und der Roten Königin.
Das Wunderland ist ein Ort voller Widersprüche und Grotesken, wo sonst würde jemand mit einem Flamingo halbweiche Anfänger-Igel durch die Luft schießen? Aber es ist auch Ort der Identifikation: Ein mutiger Sprung in den Karnickel-Bau symbolisiert den Sprung ins Unbekannte, der Mut, den Alice zeigt, ist inspirierend. Annehmen zu können, dass man nicht zufällig da ist, wo man ist, ist auch für unser Leben von Bedeutung. Alle seien wir verrückt, sagt der verrückte Hutmacher und daran gibt es ja nicht viel auszusetzen, denn im Verrückten dieses Stücks liegt etwas Befreiendes und Fröhliches.
Die Peterskirche war in beiden Vorstellungen der Theater-AG des Friedrich-Abel-Gymnasiums bis auf den letzten Platz besetzt und wieder einmal kam von allen Seiten Unterstützung: Die Technik-AG mit Jannis Kachur und Nikolas Günther sorgten für optimales Bühnenlicht und Sound- sowie Videoeffekte, beim Texten gab es für Frau Mann und Frau Wolf Unterstützung von Beyonce Odoh und Naelle Capron. Die Abiturienten standen mit einigen Erfrischungen während der kurzen Pause vor Ort und der gesamte Zuschauerraum bebte und fieberte mit den Darstellern, die mit großem Einsatz zwei Stunden für uns alle verzauberten.
Um echten, gelebten Austausch geht es auch Italienischlehrerin Petra Neher und ihrem Kollegen Rainer Geppert bei der Gestaltung des Programms. Beim Erkunden der Region sollen die italienischen Gäste immer wieder mit ihren Vaihinger Gastgebern ins Gespräch kommen. Anlass dafür boten in Tübingen der Aberglaube rund um den Freitag, den 13. (der Italiener kalt lässt, weil sie eher den 17. fürchten) und Mörikes bekanntes Frühlingsgedicht „Er ist’s!“: 33 Kehlen ließen das blaue Band „wieder flattern durch die Lüfte“ und interpretierten anschließend in Partnergruppen Mörikes Gedicht neu.
Die diesjährige Konferenz stand unter dem Leitthema "Culture and Heritage" und behandelte verschiedene aktuelle Problemfelder. Auf die Teilnahme hatten sich die Schülerinnen und Schüler bereits ein halbes Jahr lang im Rahmen einer AG am FAG vorbereitet. Neben einem professionellen Auftreten in Anzug und Krawatte, Rock, Bluse oder Kostüm, trugen das offizielle Prozedere und die formalen Kommunikationsregeln gemäß den Vorgaben der Vereinten Nationen dazu bei, dass sich die Teilnehmer spätestens nach der obligatorischen Flaggenparade bei der Eröffnungszeremonie voll mit ihrer Rolle identifiziert hatten. Ging es in den ersten beiden Tagen vor Ort noch um den Austausch von Positionen mit anderen Delegierten und dem Schmieden von Allianzen zur Verabschiedung eigener Resolutionen, so folgte in den darauffolgenden Tagen das Debattieren über und Verabschieden von besagten Resolutionsentwürfen – in der Amtssprache Englisch, versteht sich. Bei einem Arbeitstag von morgens um neun bis abends um fünf, kostete dies manchen FAGler zunächst einiges an Überwindung und Durchhaltevermögen, doch schon nach kurzer Zeit agierten die Schülerinnen und Schüler souverän und lösten ihre Aufgaben mit Bravour.
Ein Gefühl für globale Zusammenhänge zu bekommen, auch dafür sensibilisiert THIMUN. Schülerinnen und Schüler erfahren auf eindrückliche Weise wie schwer es ist, einvernehmliche Lösungen auf internationaler Ebene für weltweite Probleme zu finden, indem die nationalen Interessen des eigenen Landes sowie die der Kooperationspartner berücksichtigt werden. Egal ob es nun um die Erhaltung von verschiedenen Kulturen und bedrohter Sprachen, die Bekämpfung von Krankheiten wie HIV, die Wahrung von Menschenrechten oder den Schutz von LGBTQ-Mitgliedern geht - einfache Antworten auf diese komplexen Fragen gibt es nicht. Dennoch vermittelt THIMUN anschaulich, dass Kompromisse und Ergebnisse gerade dann möglich und wünschenswert sind, wenn Staaten nicht nur das eigene Wohl, sondern auch das der Welt im Blick haben. Doch auch abseits der großen Politik war die Studienfahrt für die Schülerinnen und Schüler des FAG bereichernd: Egal ob beim gemeinsamen Kochen, beim Sightseeing, beim Kennenlernen neuer Menschen aus aller Welt oder während der langen Zugfahrt – es wurden viele neue und prägende Erfahrungen gesammelt, die den Schülerinnen und Schülern auch noch lange Zeit im Gedächtnis bleiben werden.
Die Grundschüler holten sich bereits an den Eingängen zur Schule einen bunten Lego-Stein ab, der sie später durch unterschiedliche Räume führen sollte. Nach einer musikalischen Einstimmung durch die Big Band des FAG und der offiziellen Begrüßung durch den Schulleiter Stephan Damp ging es für die jungen Besucher los und die Kinder wurden den Farben der Steine entsprechend Patinnen und Paten der neunten Klasse zugeordnet. Diese führten die Viertklässler zu verschiedenen Stationen, beispielsweise zum Französisch-Raum, in die Arbeitsräume der Naturwissenschaften oder in den Zeichensaal, wo bei der Fachschaft Kunst Stofftaschen bemalt oder bedruckt werden konnten. Währenddessen wurden die Eltern in kleinen Gruppen – und den Farben der Legosteine ihrer Kinder entsprechend – von Lehrerinnen und Lehrern durch die Schule geführt. Diese Elternführung war ein Novum und kam sehr gut an, denn es konnten viele Fragen zum Unterricht und zur Schule im Allgemeinen direkt an die Fachlehrerin beziehungsweise den Fachlehrer gerichtet werden.
Gegen 16.30 fanden die Kinder wieder mit den Eltern zusammen und hatten nun die Möglichkeit, die noch nicht besuchten Stationen zusammen mit ihren Müttern und Vätern zu erkunden. Da stieß der exzellente Kaffee, den die Italienisch-Schüler samt traditionellem, italienischem Mandelgebäck (Cantuccini) servierten, auf großen Anklang. Auch nach den Waffeln, die die SMV (Schülermitverantwortung) den Gästen anbot und die für einen verführerischen Duft im Hauptgebäude sorgten, herrschte große Nachfrage. Neben der schon traditionellen Gesangsklasse und der Orchesterklasse, die mehrere Vorführungen darboten, präsentierte das Friedrich-Abel-Gymnasium sein attraktives Ganztagesangebot im schönen Ganztagsraum.
Neu am FAG waren das Streitschlichter-Team und die Notfallsanitäter, die neben der sehr aktiven SMV am Friedrich-Abel-Gymnasium die Bedeutung, die man verantwortungsbewusstem Handeln seitens der Schülerinnen und Schüler beimisst, verdeutlichten. Auch im Bereich Naturwissenschaft und Technik tat sich einiges – die NIT-Kids (Naturwissenschaft – Informatik – Technik, Profilfach ab Klasse 8) sind neu am FAG und wurden zusammen mit der MINT-AG den Interessierten vorgestellt. Auch die überaus erfolgreichen Oberstufenschüler, die mit ihrem CanSat-Projekt im Rahmen des MINT-Unterrichts den Deutschen CanSat-Wettbewerb gewonnen haben, präsentierten ihren Dosen-Minisatelliten dem interessierten Nachwuchs und seinen Eltern.
„Respekt“, „Vertrauen“, oder „Zusammen“ – zum Thema Freundschaft fielen den Schülerinnen und Schülern des Friedrich-Abel-Gymnasiums viele Worte ein. Anlass war der deutsch-französische Tag, der die Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags zwischen Deutschland und Frankreich jedes Jahr am 22. Januar feiert. Die Fachschaft Französisch hatte deswegen dazu aufgerufen, ein Wort für die Freundschaft zu finden – auf Französisch oder Deutsch. Für die Französisch-Lerner der Klasse 8a bedeutete dies einen großen Andrang in der großen Pause im neuen Aufenthaltsraum: Sie verteilten die Kärtchen und Stifte, auf denen die Worte geschrieben werden konnte. Wer von den Schülerinnen und Schüler ein Wort aufgeschrieben hatte, konnte es abgeben und bekam zur Belohnung ein Bonbon in Herzform dafür. Die Freundschaftsworte wurden an einer Wand gesammelt und erinnern daran, welchen Wert Freundschaft hat – egal, ob auf Französisch oder Deutsch.
Am Dienstag, dem 20. Januar 2026 lud das Vaihinger Kooperationsmodell, zu dem sich die Vaihinger Schulen zusammengeschlossen haben, für eine weiteren Vortrag aus der beliebten Reihe für Eltern in die Peterskirche ein. Frau Kerstin Pickert (Schlossbergschule) und Frau Heike Dausend (Friedrich-Abel-Gymnasium) begrüßten ihre Gäste, Frau Beate Schäfer und Frau Michaela Röver vom ZSL (Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung). Die große Frage, um die sich dieses Mal alles drehte, war die nach den sozialen Kompetenzen der Kinder und insbesondere Frau Schäfer – selbst seit vielen Jahren Lehrkraft – gab auf diese Frage lebendige und vielseitige Antworten. Nach einem kurzen philosophischen Exkurs, bei dem unter anderem Seneca, Rudolf Steiner und Jack Ma zu Wort kamen, verdeutlichte Beate Schäfer die Ausgangsfrage: Welche personalen und sozialen Stärken brauchen Kinder, um gut lernen zu können? Die Leitperspektive des Ganzen sei, den Kindern über den Unterricht Lebenskompetenzen beizubringen und Frau Schäfer führte aus, dass es gelte, Motivation vom Ziel her zu denken. Man könne das nun mit Kants Worten („Ich kann, weil ich will, was ich muss“) ausdrücken, oder einfach damit, dass Kinder motiviert werden können, wenn es für sie attraktive Ziele gebe. Gut vergleichbar sei das mit dem Sport, denn Sportler müssten sich zu Höchstleistungen motivieren und schafften das auch, wenn sie klare Ziele vor Augen hätten.
Frau Beate Schäfer hob noch einmal hervor, wie wichtig es sei, als Eltern den Kindern Selbstsicherheit und Selbstvertrauen als Grundkompetenz zu vermitteln, denn dadurch wären Kinder offener in Bezug auf andere und Neues. Sie hätten in der Folge eine besseres Sozialverhalten, leisteten mehr sinnvolle Beiträge in sozialen Kontexten und würden eigene Entscheidungen treffen. Sie würden stärker in der Schule partizipieren und bessere Schulleistungen haben. Die zentrale Botschaft sei: Bitte die Kinder nicht entmutigen, sondern stärken. Zuletzt verwies Schäfer auf die vielzitierte Resilienz und hob dabei einen wichtigen Faktor dieser hervor: Die Emotionensteuerung, bei der Kinder sich im Idealfall mit sogenannten „Aufbauern“ selbst nach oben bringen. Frau Schäfer setzte hier zur Illustration das „Daumenspiel“ ein.







