71 Stunden ohne Schlaf

Dr. Markus Rösler mit den Schülern und Lehrern, die für den Abend und die Aktionen im Schulhaus verantwortlich zeichneten

72 Stunden ohne Schlaf

Zeitzeuge Markus Rösler zu Gast am FAG

Vaihingen (my) Wenn Geschichte hautnah erlebt wird, lässt das keinen kalt. Das traf auf die 160 Besucher im Musiksaal des Friedrich-Abel-Gymnasiums genauso zu wie auf den Referenten (MdL) Dr. Markus Rösler, der im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gäste am FAG“ von den historischen Ereignissen des Mauerfalls berichtete.

Seine Perspektive war zunächst die eines jungen Studenten der Ornithologie, der das Glück hatte, vor Ort zu sein, als sich die Ereignisse Anfang November 1989 überstürzten. An Schlaf sei nicht mehr zu denken gewesen: Ein enormer Adrenalin-Spiegel im Körper habe dafür gesorgt, dass Markus Rösler 72 Stunden auf den Beinen war, um selbst mitzuerleben, was sich im Ost- und Westteil der Stadt ereignete. Unzählige Fotos hat er damals geschossen und in seinem Rückblick wieder und wieder betont, dass es ganz unglaublich scheint, dass dies die einzigen „Schüsse“ waren, die sich in dieser denkwürdigen Nacht des Mauerfalls ereigneten.

Mit dem Fahrrad sei er unterwegs gewesen von der Bornholmer Straße über das Brandenburger Tor im Osten bis hin zum Checkpoint Charly und dem Potsdamer Platz.

Und immer wieder habe er erlebt, wie dieses DDR-Regime, das er bereits Jahre zuvor aus nächster Nähe als eine militärische Diktatur erlebt hatte, plötzlich ein menschliches Gesicht bekommen habe. „Volkspolizisten waren freundlich! Nicht die Uniform war wichtig, sondern der Mensch! Da war eine unglaubliche, überwältigende Euphorie in der Stadt!“, beschrieb der Referent die Stimmung - nach so langer Zeit immer noch beeindruckt.

In der anschließenden Fragerunde zeigte sich, dass auch diejenigen Gäste im Publikum, die vor 30 Jahren den Mauerfall bewusst miterlebt hatten, bis heute davon tief bewegt sind, dass – wie es auf der East Side Gallery in Berlin geschrieben steht – „viele kleine Leute an vielen kleinen Orten das Gesicht der Welt verändern können.“

Ein Thema, das auch die Schüler der Geschichtskurse am FAG zu ihrem eigenen gemacht hatten. Sie hatten am Montagmorgen in den Schulgebäuden nicht nur symbolische Mauern errichtet. Sie hatten ihre Mitschülerinnen und -schüler von heute auch zum Nachdenken angeregt mit der Frage, was sie unter Freiheit verstehen und wie wichtig sie ihnen ist.

Damals im November habe es nur ein Ziel gegeben: Die Mauer zu beseitigen, erzählte Markus Rösler. Und dabei hätten alle tatkräftig mit angepackt und sich gegenseitig den Vorschlaghammer gereicht – egal welcher politischen Richtung sie angehörten, ob eher links oder politisch rechts stehend. Alle wollten nur eins: Die Mauer muss weg! Am frühen Morgen des 11. November fiel das erste Mauerelement für den neuen Grenzübergang am Potsdamer Platz. Die Mauer hatte 28 Jahre gestanden und mindestens 140 Todesopfer gefordert. – „Freiheit ist nicht selbstverständlich“, resümierten die Schüler von heute.

2019 - Studienstiftung

Suravi Deshpande

Suravi Deshpande ist ein „Talent im Land“

Schülerin vom FAG in Landesstiftung aufgenommen

Vaihingen (hw/my) „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung“. Unter dieses Motto von J.F.Kennedy stellte Staatssekretärin Gisela Splett am Freitagabend ihre Rede im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart. Frau Splett vertrat Ministerpräsident Winfried Kretschmann beim Festakt zur Aufnahme von 50 neuen Stipendiaten in die Landesstiftung „Talent im Land“, darunter Suravi Deshpande vom Friedrich-Abel-Gymnasium.

 Die Stiftung hat es sich seit 2003 zur Aufgabe gemacht, begabte Schülerinnen und Schüler in speziellen Lebenssituationen zu unterstützen. Frau Splett zeigte sich beeindruckt von den Biographien der Jugendlichen. Die Hälfte aller Neustipendiaten ist erst in den letzten vier Jahren nach Deutschland gekommen. Alle zeichnen sich dadurch aus, dass sie Spaß daran haben, aktiv zu sein, zu helfen und sich dabei zugleich auf die Suche nach sich selbst zu machen. Sie sind sportlich oder musikalisch und sie bewältigen ihre Sondersituation jeweils auf ihre eigene Art.

Auch Suravi Deshpande, ein waschechtes Illinger Mädchen mit einem indischen Opa, ist nun ein „Talent im Land“. Suravi macht Judo und schwimmt, sie spielt Klavier und Gitarre. Aber ihre große Leidenschaft sind Bücher. Fünf Bücher in einer Ferienwoche zu lesen, ist für sie „normal“. Obwohl sie erst in die 8. Klasse geht, hat sie schon einen ganz klaren Berufswunsch: Sie will Schriftstellerin werden. Kleine Geschichten, die sie heute schon verfasst, stellt sie in einen Blog ins Internet.

Aber Suravis Leben ist nicht leicht. Weil ihre Mutter an einer chronischen Krankheit leidet, muss die Familie gut zusammenhalten, um den Alltag zu bewältigen. Neben Schule und Hobbies, der Hauptbeschäftigung ihrer Klassenkameraden, kümmert sich Suravi um den Haushalt und die Betreuung ihrer Mutter.

Was Suravi nun erwartet, schilderte eine Altstipendiatin in sehr persönlichen Worten: finanzielle Unterstützung und individuelle Förderung in Problemsituationen – erleichternd! Sommertagungen in Salem – einmalig! Und die Gemeinschaft der „Tiller“– durch nichts zu ersetzen!

Und was sagt Suravi? Sie ist zurzeit die bei weitem jüngste „Tillerin“ und schweigt überwiegend zu all dem überwältigenden Neuen, was sie erlebt. Aber bestimmt wird sie ihre Erfahrungen bald in einer Geschichte verarbeiten.

2019 Mkid

Mutproben im Klettergarten

Probleme lösen im Aktivpark Bergheide

Vaihingen (my)   Mathe kann ich doch – abgekürzt „Mkid“: So lautet der provokante Titel für eine Projektgruppe am Friedrich-Abel-Gymnasium, die von der Vector-Stiftung finanziert wird. Darin üben sich Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 6 in Problemlöse-Strategien, um erfolgreich mathematische Aufgaben bewältigen zu können.

 

Für 18 von ihnen stand im Oktober eine besondere Exkursion auf dem Stundenplan. Mit ihren Begleitlehrern Heike Dausend und Carsten Reitschuster sollten sie nicht wie üblich in den AG-Stunden über mathematischen Problemen grübeln, sondern im Team mit Strategie und Köpfchen Aufgaben im Aktivpark Bergheide in Stuttgart Bad Cannstatt lösen.

 

Bei noch nebligem Wetter starteten die Schülerinnen und Schüler unter der Anleitung von  drei Trainern des Aktivparks mit einem kleinen „Pferderennen“ ihr Programm. Nachdem die Oberschenkel warm geklopft waren, mussten verschiedene Aufgaben gelöst werden. So sollte die Gruppe als Bankräuber-Bande einen 33-stelligen Code knacken, was nur mit guter Strategie und viel Konzentration gelingen konnte.

Ein „Spinnennetz“ musste durchquert werden, ohne das Netz zu berühren und daran kleben zu bleiben.  Neben der nötigen Kraft war hier auch eine gute Taktik gefragt und die Schülerinnen und Schüler benötigten mehrere Anläufe, um auch diese Aufgabe zu meistern.

 

Physikalische Überlegungen waren dagegen nötig, um einen „See“ mit Hilfe von zwei kurzen Brettern überqueren zu können. Nach einigen Fehlschlägen wurden die Bretter richtig eingesetzt und alle gelangten sicher auf die rettende Plattform am anderen Ende.

Nach einem ausgiebigen Vesper in der Mittagspause ging es bei strahlendem Sonnenschein gut gestärkt in den Klettergarten. In  zehn Metern Höhe zu zweit einen dünnen wackeligen Baumstamm zu überqueren, war hier nur eine von vielen Herausforderungen, die gemeistert werden mussten.

Der ein oder andere entdeckte an diesem Tag im Aktivpark ungeahnte Fähigkeiten oder traute sich in der Gruppe plötzlich doch viel mehr zu als gedacht.

Selbst auf der Heimfahrt wurden die Aufgaben und Erlebnisse noch diskutiert. Etwas müde, aber dennoch gut gelaunt kamen die Mkids abends wieder in Vaihingen an.

FAG als „MINT-freundliche Schule" bestätigt

MintfreundlicheSchule

121 Schulen aus Baden-Württemberg wurden im Rahmen einer Feierstunde in Stuttgart mit dem Signet „MINT-freundliche Schule" ausgezeichnet. Nach dreijähriger erfolgreicher MINT-Profilbildung haben 75 dieser Schulen diese Auszeichnung nun gar erneut erhalten – so auch das FAG. Für diese Ehrung müssen Schulen einen anspruchsvollen, standardisierten Kriterienkatalog bestehen und einen bundesweit einheitlichen Anerkennungsprozess durchlaufen.

Preisverleihung„Das schaffen wir", dachte sich Physiklehrerin Carmen Seeburger im Vorfeld der ersten Bewerbung vor nunmehr gut drei Jahren. Jetzt wurde also erneut bestätigt, dass die Arbeit am FAG in den MINT-Fächern und in der MINT-Begabtenförderung ausgesprochen erfolgreich war.

„Die ausgezeichneten Schulen begeistern junge Menschen für die MINT-Berufe und stärken die Ausbildung junger MINT-Nachwuchskräfte. Damit setzen sie das zentrale Anliegen der Landesregierung vorbildhaft um, die Bildung von Kindern und Jugendlichen in den MINT-Fächern zu fördern", freut sich Michael Föll, Ministerialdirektor im Kultusministerium. Er lobt: „Diese Schulen bieten einen fruchtbaren Nährboden, auf dem die MINT-Expertise von Schülerinnen und Schülern gut gedeihen kann."

Auch Stefan Küpper, Geschäftsführer für Politik, Bildung und Arbeitsmarkt der Arbeitgeber Baden-Württemberg, hebt hervor: Diese Schulen „setzen die Standards in der Vermittlung sogenannter „Future Skills" und einer zielgerichteten Berufsorientierung." Dass sich das Netzwerk so immer weiter vergrößere, „ist eine gute Nachricht für die dringend benötigte Fachkräftesicherung in unserem Land", so Küpper.

Für den stellvertretenden Schulleiter des FAG, Rainer Geppert, ist die Ehrung außerdem ein perfekter Einstieg in die Arbeit am Medienentwicklungsplan. Diesen erstellt das FAG in diesem Schuljahr mit allen Fachrichtungen gemeinsam, um in den Genuss der Mittel des Digitalpakts SCHULE zu kommen.

Die Schirmherrschaft für die die „MINT-freundlichen Schulen" übernehmen übrigens die Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und die Kultusministerkonferenz

 

Meine Zeit in Torgelow

Sonnenuntergang

Anne Gauf vom Friedrich-Abel-Gymnasium auf der Deutschen Schülerakademie in Meck-Pomm

Vaihingen (ag) 16 Tage Akademie in Torgelow. Anfangs wusste ich nicht, was ich davon halten sollte. Klar, gefreut habe ich mich natürlich sehr. Doch was mich da erwarten würde, konnte ich mir im Traum nicht vorstellen. Mein Kurs, welcher ziemlich außergewöhnlich klang und deshalb auch meine Neugier weckte, trug den Titel „Kulinarische Hermeneutik“.
Zur Vorbereitung bekam ich einen Reader zugeschickt, der mich erstmal ziemlich einschüchterte. Die Texte des Readers waren nicht nur lang, sondern auch oft schwer zu verstehen und jeder Kursteilnehmer musste eine Präsentation dazu vorbereiten.
Die anderen Teilnehmer lernte ich über Skype schon im Voraus kennen. Am Tag der Anreise war ich dann aber doch ziemlich aufgeregt, da ich nicht wusste, wie alle anderen wohl drauf sein würden, ob ich mich mit ihnen verstehen würde oder ob ich mich dort total fehl am Platz fühlen würde. Doch nach einer Stunde Zugfahrt wurde ich bereits von anderen Akademieleuten herzlich in die Arme geschlossen und wir tauschten schon mal aus, wer welchen Kurs besuchen würde und was man in der Freizeit so macht. Wie jeder wohl vermuten kann, gab es auf der Fahrt einige Hürden zu überwinden mit Schienenersatzverkehr und allem drum und dran, sodass wir insgesamt drei Stunden länger als geplant unterwegs waren. Doch das war nicht weiter schlimm und als wir in Torgelow ankamen, waren wir eine große Gruppe, da wir mit jedem Umstieg mehr Leute gefunden hatten, die zu uns gehörten.

Und dann begann die Akademie!An der Akademie
Ein normaler Akademietag startete um 6:45 Uhr mit Joggen um den See oder Schwimmen im See, um 7:30 Uhr gab es ein köstliches Frühstück mit Seeblick. Danach war das morgendliche 30-minütige Plenum, das von uns geleitet wurde. In diesem wurde besprochen, was für den Tag alles ansteht und welche Aktivitäten angeboten werden. Diese wurden von uns angeleitet und jeder konnte überall mitmachen. Da gab es zum Beispiel mittags Beachvolleyball, eine neue Sprache lernen, abends Improvisationstheater, ein nächtliches Muffinsbacken oder ein spontanes Mitternachts-Basketbtallturnier. Jeden Tag stand eine Vielzahl von Angeboten auf dem Programm und es war für alle etwas dabei. Man entschied sich morgens oder auch spontan, bei welchen Aktivitäten man mitmachen möchte und manchmal hatte man auch die Qual der Wahl, da man gern zu allem hingegangen wäre.
Nach dem Plenum begann die erste Kursschiene, die dann bis zum Mittagessen dauerte. Es gab insgesamt sechs verschiedene Kurse, von den magnetischen Monopolen bis hin zu Kabarett und Musik.
In der ersten Arbeitszeit hat mein Kurs das Theoretische zu unserem Thema erarbeitet, wobei unsere Präsentationen im Fokus standen. Falls man sich unter „kulinarischer Hermeneutik“ nichts vorstellen kann, ist das nicht schlimm, denn bis zum vorletzten Tag wusste ich das auch nicht so genau.
Hermeneutik ist die Lehre der Auslegung eines Textes. Also auf Deutsch: Wir haben (Koch-) Rezepte analysiert, miteinander verglichen und bestimmte Anforderungen an den Texten überprüft. Dazu gehörten auch Fragen wie: An wen richtet sich das Rezept? In welcher Kultur wurde das Rezept verfasst? Wieso benutzt dieser Autor bei dem gleichen Rezept nicht dieselben Formulierungen wie ein anderer? Es gab mehrere Momente, in denen wir unsere Kursleiter fragend ansahen, oder wir einige Stunden darüber grübelten, was denn der Autor mit einer bestimmten Zeile meinte und dazu dann meistens jeder auch noch eine andere Meinung hatte. Doch wir diskutierten lange hin und her und durch den Austausch kamen wir in der Regel zu einem Konsens oder zu dem Ergebnis, dass es mehrere mögliche Lösungsansätze gibt. Nach der ersten Kursschiene fand das große gemeinsame Mittagessen statt, bei dem man wieder mit den Leuten aus den anderen Kursen zusammenkam. Danach hatten wir eine lange Mittagszeit, in der viele Aktivitäten angeboten wurden. An einem Tag machten wir beim Badminton mit, danach lernten wir die Grundlagen der russischen Sprache kennen, ein andermal waren Chorproben oder Ballettbasics angesagt. Wir suchten uns jeden Tag irgendetwas Neues aus. Nach dieser langen und abwechslungsreichen Pause gab es Kaffee und Kuchen und dann ging es wieder mit dem Kurs weiter. In der zweiten Kursschiene hatten wir meistens praktische Aufgaben zu erledigen, wie beispielsweise zu überlegen, wie viel eigentlich eine Prise Salz ist, oder wie viel Milliliter ein EL Öl hat. Ein paar Mal kochten wir auch unter bestimmten Vorgaben oder verfassten selbst eigene Rezepte, wobei wir alles dokumentieren mussten.

Freiwilliges Lernen!Nach dieser Kursschiene war dann das Pflichtprogramm, das allerdings viel Spaß machte, für den Tag geschafft und wir hatten Freizeit. Nach dem leckeren Abendessen wurden erneut Freizeitaktivitäten angeboten, die ziemlich weit gefächert waren - vom Yoga übers Musicalsingen bis hin zum Quidditch-Turnier. Wie man sich denken kann waren wir meistens ziemlich lange wach, da oftmals einige Aktivitäten auch erst mitten in der Nacht begannen. Doch jeder konnte sich sein eigenes Programm auswählen und entscheiden, wann er ins Bett gehen wollte. Am nächsten Tag mussten eben alle wieder fit genug für den Kurs am Frühstücktisch sitzen - auch wenn ich zugeben muss, dass der Schlafmangel sich in den letzten beiden Akademietagen bemerkbar machte. Das lag aber auch daran, dass wir am Ende der beiden Wochen eine lange Dokumentation schreiben mussten, bei der jeder einen Text beizusteuern hatte. Doch auch wenn wir öfter bis spät vor unseren Computern saßen, hatten wir viel Spaß dabei, denn man war nie alleine. Ich habe in der Zeit so viele tolle, offene und inspirierende Menschen kennengelernt, mit denen ich immer noch in Kontakt bin. Klar hatte man nicht mit allen gleich viel zu tun, aber es entstanden dort einige enge Freundschaften. Jeden Tag saß man mit neuen Menschen am Tisch und hat auch mal über Dinge geredet, die man zu Hause vielleicht gar nicht zum Gesprächsthema macht. Ich hatte zum Beispiel außerhalb der Kurszeiten viel mit Leuten aus anderen Kursen zu tun, wodurch ich noch mehr Teilnehmer kennenlernen durfte. Abends saßen wir dann gemeinsam am See und genossen den Sonnenunter- oder -aufgang.
In meinem Kurs habe ich viel Neues gelernt und ich werde ab jetzt jedes Rezept, das ich vor mir habe, mit analysierenden Augen betrachten. Doch die Freundschaften, die vielen tollen Momente und Gespräche, die man dort hatte, sind das, was man am meisten aus der Akademie mitnimmt. Das Nachtreffen ist schon in Planung, da wir alle aus ganz Deutschland und sogar von deutschen Schulen aus dem Ausland kommen, und mit einigen habe ich mich auch noch einmal in den Sommerferien getroffen. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte und so gute Freundschaften schließen konnte. Es war eine der schönsten Zeiten in meinem bisherigen Leben und ich werde mich immer mit guten Bildern im Kopf an die Wochen in Torgelow erinnern.

OB empfängt junge Polen im Rathaus

Junge Polen im Rathaus

15. Schüleraustausch des Friedrich-Abel-Gymnasiums mit Lodz

 

Vaihingen (my) Er hatte wenig Zeit, der Mann, der die Geschicke der Stadt Vaihingen lenkt. Aber er nahm sie sich dennoch – der Sache wegen. Denn dass Jugendliche andere Länder und vor allem die Menschen dort kennen lernen, das liegt Gerd Maisch sehr am Herzen, wie er betonte.

 

Deshalb war er am Dienstagmorgen auch zur Stelle, um im großen Ratssaal der Stadt 13 Polen willkommen zu heißen, die mit ihren Begleitlehrerinnen Viola Kruk und Beata Golis nach Deutschland gekommen waren.

Bereits zum 15. Mal findet eine Begegnung zwischen dem IX. Lyceum in Lodz und dem Friedrich-Abel-Gymnasium statt, bei dem es weniger auf die Vertiefung von Sprachkenntnissen als vielmehr auf einen kulturellen Austausch ankommt. Denn die Zehntklässler vom FAG kommunizieren in englischer Sprache mit ihren Gästen. Deshalb musste auch ins Polnische übersetzt werden, was der OB über Vaihingen erzählte, über das Alter der Stadt, ihre Traditionen und ihre Aufgabe als Schulstadt mit einem breiten Bildungsangebot.

 

Gerd Maisch seinerseits wollte wissen, wie das Schulsystem in Polen aufgebaut ist, und staunte, dass im Nachbarland stolze 70% aller Schüler das Abitur anstreben, also noch mehr als in Deutschland.

Für die meisten Gäste liegt das Ende ihrer Schulzeit aber scheinbar noch in weiter Ferne, denn bis zur Abi-Prüfung drücken sie noch bis zu vier Jahre lang die Schulbank. Zeit genug, die man unbeschwert zum Beispiel mit Reiseerlebnissen und Begegnungen wie diesem Austauschprogramm füllen kann. Gemeinsame Ausflüge der Gruppe nach Speyer in den Dom und ins Technik-Museum, nach Weißenburg im Elsass oder nach Stuttgart dienen dem gegenseitigen Kennenlernen. Allerdings klammert das Programm auch die dunklen Seiten der deutsch-polnischen Geschichte nicht aus, weshalb ein Friedhofsbesuch bei der KZ-Gedenkstätte ebenso zum Programm gehört.

 

Damit Spaß und Spiel dennoch nicht zu kurz kommen, waren alle gemeinsam beim Schwarzlicht-Minigolf und werden ein vorläufiges Abschiedsessen feiern. Denn wenn die Gäste am Freitagabend in Stuttgart den Bus besteigen, wird der Gegenbesuch nicht lange auf sich warten lassen: Bereits im Oktober reist die deutsche Gruppe vom FAG für eine Woche nach Lodz.

Stadthalle mutiert zum Kreißsaal

Fünfer auf einen Streich

Aufnahmefeier der neuen Fünftklässler vom FAG

Vaihingen (my) Es war beileibe keine „schwere Geburt“, mit der die neuen Fünfer am vergangenen Donnerstag am Friedrich-Abel-Gymnasium aufgenommen und damit sozusagen in eine neue „Familie“ hineingeboren wurden! Ganz im Gegenteil: Mit viel Schwung, Zuversicht und einer großen Portion Vertrauen  machten es die Verantwortlichen vom FAG den 119 Neuen und deren Eltern und Verwandten leicht, sich an der Schule willkommen zu fühlen.

Dabei erschien dem stellvertretenden Schulleiter Rainer Geppert die Stadthalle, in der das FAG oft zu Gast ist, wie die schuleigene Aula und – mehr noch – gewissermaßen wie ein Kreißsaal, in dem ein neuer Lebensabschnitt für die Schüler des Gymnasiums beginnt.

Wie so ein Weg aussehen kann, stellte der Chor der sechsten Klassen zur Eröffnung unter Beweis, indem er drei Stücke aus seinem Musical zu Gehör brachte, das er im vergangenen Jahr einstudiert hatte. „Im musikalischen Trainingslager, das derzeit in Creglingen stattfindet, werdet ihr im Lauf des Jahres zu richtigen FAGlern heranwachsen“, versprach der stellvertretende Schulleiter und zollte den Sechsern zugleich Respekt für ihre Leistung, die sie seit ihrem eigenen „Geburtstag“ am FAG für die nun heranwachsende Generation erbracht hatten.

Doch bevor sich die Klassen 5a bis d in ihre Schulzimmer aufmachen durften, kramte Rainer Geppert ein paar Dinge aus einem Ranzen hervor, die er zum unerlässlichen Rüstzeug für eine erfolgreiche Laufbahn erklärte. An die Gegenstände Lupe, Teller, Wäscheklammer und Hand knüpfte er die Eigenschaften Neugierde sowie Engagement, das über den Tellerrand hinausgeht, Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen, das wächst, wenn man erkennt, dass man viele Dinge ganz gut gemacht hat, auf die man mit Recht stolz sein kann. „Damit seid ihr bestens gerüstet!“, prophezeite er den erwartungsvollen Neulingen, die in ihren ersten Tagen am FAG von eigens für sie zuständigen Paten begleitet werden. Diese Schüler aus der Klassenstufe 9 sorgen nicht nur fürs gegenseitige Kennenlernen. Sie führen die Klassen auch durchs Labyrinth der Gebäude und Fachräume, sie nehmen sich Zeit fürs gemeinsame Basteln vor Weihnachten und veranstalten einen Filmnachmittag für die ganze fünfte Klassenstufe.

Die Elternvertreterin Susanne Schumacher ließ ihren Blick zunächst auf ihrer eigenen Kindheit und Jugendzeit ruhen, bevor sie die Neugier auf die Zukunft weckte, die auf die jetzige Schülergeneration wartet. „Aus eurer Sicht lebte ich vor 40 Jahren beim meinem Eintritt ins Gymnasium im Zeitalter der Dinosaurier“, stellte sie rückblickend fest, denn da gab es ja zum Beispiel nur drei Fernsehsender mit einem Testbild bei Sendeschluss oder ein einziges Telefon für die ganze Familie, das irgendwo im Flur stand! Die Welt aber verändert sich weiter und vielleicht, so gab sie zu bedenken, könnte man in 40 Jahren den ersten Flug zum Mars erleben! „So viel wirst du sehen“, zitierte sie den Titel eines Kinderbuches und meinte: „Es kann losgehen!“

Rainer Geppert freute sich, dass eine Schule von der Größe des FAG ein breites Bildungsangebot anbieten könne, bei dem ganz selbstverständlich der Schüler im Mittelpunkt stehe. Die Eltern hingegen bat er, sich zwei große „G“ stets vor Augen zu halten: Gelassenheit und Gespräch. So könne sich der gymnasiale Weg für ihre Kinder erfolgreich gestalten.

Damit dieser Weg auch mit dem nötigen Rückhalt beschritten wird, luden Susanne Schumacher als Vertreterin der Elternschaft und Heike Bärenwald vom Förderverein ein, aktiv am schulischen Leben teilzunehmen. Dafür gebe es am FAG vielfältige Möglichkeiten! Unter anderem durch die Teilnahme am Projektchor, zu dem Miriam Sauter von der Fachschaft Musik aufforderte, oder durch die Begleitung der Kinder durch das Förderkonzept, das die Schule bereits seit 2014 anbietet.

Damit war der erste Schritt an der neuen Schule getan im Sinne einer ganzheitlichen Bildung zum Wohl des Kindes!

Jugendwettbewerb Informatik – nach dem Biber zum JWINF

JWINF-Preisträger

Jugendwettbewerb Informatik – nach dem Biber zum JWINF

Vaihingen (my) Die Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Abel-Gymnasiums sind einfach nicht zu stoppen: Nachdem der Informatik-Biber seit Jahren erfolgreich an der Schule läuft, sind sie nun auch beim Folgewettbewerb eifrig mit dabei. Beim „Jugendwettbewerb Informatik“ programmieren die Jugendlichen graphische Aufgaben, um Punkte zu erzielen. In diesem Jahr nahmen insgesamt 12 Schülerinnen und Schüler vom FAG teil. Davon erzielten in der Klassenstufe 6 Simon Gruschwitz in beiden ersten Runden einen ersten Preis und Felix Kohler jeweils den zweiten Preis, ebenso seine Schwester Anika aus der 7. Klasse. In der Jahrgangsstufe engagierte sich Jakub Jeck und erhielt einen zweiten Preis in der ersten Runde und eine Anerkennung in der zweiten Runde und qualifizierte sich so für die 3. Runde. Diese läuft parallel zum Bundeswettbewerb Informatik ab, bei dem innerhalb von drei Monaten die Junioraufgabe des Wettbewerbs gelöst werden soll. So stellt der JWINF ein Bindeglied zum Bundeswettbewerb dar und soll Jugendliche dazu ermutigen, vermehrt daran teilzunehmen. Das FAG drückt allen Preisgewinnern die Daumen für die 3. Runde und freut sich über so viel Engagement und Erfolg im Bereich Informatik!

Faszination Golfen

Golfgruppe FAG

Faszination Golfen

Vaihingen (my) Während der Projekttage haben die Schüler des Friedrich-Abel-Gymnasiums die Möglichkeit, auch einmal über den schulischen Tellerrand hinauszuschauen. Das durften die Teilnehmer des Golf-Projekts besonders intensiv erleben, denn sie sammelten ihre ersten Erfahrungen auf dem Golfplatz. - Hier ihre Eindrücke:

Golf spielen soll keine Sportart sein, hört man häufig. Dieses weit verbreitete Klischee wollten wir im Rahmen unseres Projekts „Faszination Golfen“ überprüfen. Zusammen mit unseren engagierten Lehrern Daria Vogel und Christian Weckenmann schauten wir uns an, was beim Golfen eigentlich genau gemacht wird und nahmen zum ersten Mal selbst einen richtigen Golfschläger in die Hand.

Bereits bei der Anreise stellten unsere Lehrer ihre Improvisationskünste unter Beweis. Nachdem wir uns unter ihrer Führung einen kreativen Weg über Wiesen gebahnt hatten, empfing uns Manfred Friedrich am Golfplatz Cleebronn, der uns sofort mit kühlen Getränken versorgte. Am Tag zuvor hatten wir die Begrifflichkeiten des Golfsports kennengelernt und waren somit mit der Theorie vertraut. Nun kam der Praxistest. Mit Sonnenhut, Sonnencreme und Golfschlägern bewaffnet machten wir uns auf den Weg zum Putting-Grün. Wir lernten verschiedene Schlagarten kennen und durften diese dann auch anwenden. In Übungsstationen konnten wir einige Putts spielen und auf der Driving-Range weite Abschläge üben. Golflehrer André Exel demonstrierte uns bei dieser Gelegenheit sein großes Können.

Obwohl wir zwischenzeitlich mit einem kühlen Eis versorgt worden waren, machte uns die Hitze zu schaffen und bereits nach einigen Minuten litten wir unter Sonnenbrand und Blasen.

Am Golfen hatten wir dennoch Spaß und bei vielen klappte es auch erstaunlich gut. Am Ende des Tages mussten wir uns aber schweren Herzens von unseren Golflehrern verabschieden.

Wir lernten das Golfen als eine wirklich sehr faszinierende Sportart kennen und viele empfanden diesen Tag als eine bereichernde Erfahrung. Die Blasen an unseren Händen sind inzwischen fast vollständig verheilt – falls jemand fragt: Sportverletzung! Wir bedanken uns recht herzlich bei Manfred Friedrich, André Exel und dem Golfplatz Cleebronn für das Engagement und die tolle Zusammenarbeit.

Vive la Sinnlité

Vive la Sinnlite

Vive la Sinnlité

Verabschiedung des Schulleiters vom FAG

Vaihingen (my) Ein zweiter Vaihinger Maientagsumzug?! Mitten im Juli?! Flößertanz und Löwenpokal am Rathaus?! Mancher Passant verfolgte am Montagmorgen das Treiben, das sich ihm in der Innenstadt bot, mit Staunen und neugierigem Interesse. Des Rätsels Lösung: Schülerschaft und Kollegium des Friedrich-Abel-Gymnasiums verabschiedeten ihren langjährigen Schulleiter in den Ruhestand!
Und weil Hans-Joachim Sinnls Herz auch für den Maientag schlägt, bot dieser den äußeren Rahmen für seine ehrenvolle Verabschiedung. Bereits am frühen Morgen geleitete eine stattliche Zahl von Lehrerinnen und Lehrern ihren Chef in einem Autokorso zur Schule. Dort wartete eine applaudierende Schülerschaft neben dem roten Teppich, der – wie sich später zeigen sollte – den neuen Stern auf dem „walk of fame“ der Schule verbarg. Nun kann jeder nachlesen, dass Hans-Joachim Sinnl die Geschicke des FAG über 15 Jahre bestimmt hatte.

Die Ausarbeitung des Leitbildes fiel ebenso in seine Amtszeit wie die Überdachung des Schulhofs, die Einführung des digitalen Tagebuchs, Umbauten in den Fachräumen der Naturwissenschaften und der Bildenden Kunst und viele weitere Weichenstellungen. Und weil eine Schule ein lebendiger Organismus ist, gehört es zu den Herzenswünschen des ehemaligen Direktors, dass diese Lebendigkeit auch weiterhin bestehen bleiben möge. Ein Wunsch, dessen Erfüllung ihm allerdings gar nicht so schwierig erscheine, weil er die Flexibilität und das leidenschaftliche Engagement des Kollegiums kenne, betonte der scheidende Chef.

Die SMV überreichte ihm beim außerordentlichen FAG-total im Schulhof einen ganzen Korb voll guter Wünsche, bevor er in der Kutsche des „Alten Rats“ durch die Stadt zum Marktplatz fuhr, bejubelt von den Schülerinnen und Schülern, die den Straßenrand säumten. OB Gerd Maisch hatte für Hans-Joachim Sinnl den Vaihinger Löwenpokal gefüllt und genoss mit ihm von der Rathaustreppe aus den Flößertanz der Siebtklässler, die in ihren historischen Kostümen einen Hauch von Maientagsfeststimmung in die Stadt trugen.

Vor dem Gebäude der Lateinschule wurde der Wurzeln des Friedrich-Abel-Gymnasiums gedacht. Dort präsentierten sich aber auch die modernen Sprachen, die am FAG gelehrt werden: Englisch, Französisch und Italienisch. Sie stießen neben dem Latein gewissermaßen neue Fenster auf, die in die Zukunft wiesen und gleichzeitig dem scheidenden Schulleiter Tribut zollten. So fand die Fachschaft Französisch eine neue Formel für die Schlagwörter der Französischen Revolution: Die „Sinnlité“, in der sie alles zusammengefasst sah, was eine gute Schule ausmacht! Die anschließende Feier am FAG bot den Lehrerinnen und Lehrern die Gelegenheit, sich im internen Kreis von ihrem geschätzten Chef zu verabschieden und den außergewöhnlichen Maientag ausklingen zu lassen, der den würdigen Schlusspunkt einer Ära markierte.