Ein Abend voll Sehnsucht, Dankbarkeit und Abschied

Chor am Sommerkonzert

Wenn Musik den Menschen durch die Zeit hilft – Sommerkonzert am FAG

Ansicht Links Was mussten wir in den letzten Jahren nicht alles bewältigen? Jetzt ist es wieder Zeit durchzuatmen und Musik zu genießen. Die Musiker des Friedrich-Abel-Gymnasiums hatten dafür bei Probentagen in Weikersheim ein sommerliches Konzert vorbereitet. Schon vor Beginn der Aufführung war die Vorfreude zu spüren: „Wie lange haben wir auf diesen Auftritt gewartet? Endlich wieder Publikum.“ Ihre Sehnsucht hatten die Musiker und Sänger in viele Liebeslieder gepackt.BigBand rechts
OrchesterMit Musik aus den Filmen „Star Wars“ und „Harry Potter“ schickte das Orchester seine Zuhörer zu Beginn gleich in andere Welten. In „City Of Stars“ aus dem Film „La-La-La-Land“ war die Sehnsucht nach einer Liebesgeschichte an diesem Abend zum ersten Mal deutlich zu spüren. Barbara Linn sang - vom Orchester begleitet – „Gabriellas Song“ in dänischer Sprache. Auch ohne deutschen Text ließ Barbara uns den Wunsch nach Aufbruch und Leben spüren. Mit der „Bohemian Rhapsody“ erzählte das Orchester zum Schluss, dass sich nicht alle Lebenswünsche erfüllen, nicht für Freddy Mercury und wahrscheinlich auch nicht für uns.
In den Zwischentexten wurde immer wieder die große Dankbarkeit dafür deutlich, dass die Pandemie Pause macht und uns somit die Möglichkeit gibt, wieder andere Projekte zu verfolgen.
ChorDer Chor bezauberte im zweiten Teil des Konzerts mit „Just The Way You Are“ gleich am Anfang noch einmal mit einem Liebeslied. Aber mit Adeles „Easy On Me“ wurde den Zuhörern klar, dass alle Liebesgeschichten einmal zu Ende gehen: „I had no time to choose what I chose to do“. Waren Adeles Abschiedsworte nicht auch passend für unsere Situation in den letzten zwei Jahren? Und während man noch nachdachte, überwältigte der Chor mit „Someone Like You“ und wechselnden Solostimmen das Publikum. Da waren sie, die Gefühle, die wir so lange zurückgehalten haben. Die Pandemie hat in uns so viele Sehnsüchte geweckt, uns aber auch den Wert von Zuhause und Heimat vor Augen geführt. Deshalb fordert der norwegische Song „Runaway“ von Aurora am Ende auch immer wieder „take me home“.Barbara und Rebecca
Im Lockdown hatte die ehemalige FAG-Schülerin Katharina Linn, jetzt Musikstudentin in Mannheim, für ihr Bachelor-Projekt „Baba Yetu“, ein „Vater Unser“ in Swahili, mit dem FAG-Chor online vorbereitet. Ziel des Projektes war es, interkulturelle Elemente mit einem Schulchor einzuüben: Ferne, Sehnsucht, Rhythmus, Glaube, sanfte Bewegungen der Sängerinnen. Der Chor schaffte es mühelos, uns nach Südafrika mitzunehmen. Wie die Sängerinnen im Fernunterricht geprobt hat, kann man in einem Video der Fachschaft Musik auf der Homepage des FAGs anschauen.
Spätestens jetzt wurde allen Betroffenen deutlich: dies war auch der Abschied der Abiturienten und Abiturientinnen. Die Pandemie hat sie um zwei Jahre dieser wunderbaren Auftritte betrogen. Gehen, Bleiben, Sehnsucht, Erfüllung und immer wieder auch Trennung, das ganze Leben eben.
Da war es gut, dass die Big Band mit großem Orchester auftrat und mit „Can´t Buy Me Love“ die Zuschauer schmissig und laut in die Gegenwart zurückholte. Bei den Jazzstücken „Cantaloup Island“, „Good Times“ und „Cissy Strut“ konnte jeder noch etwas seinen eigenen Gedanken nachhängen und sich selbst wieder zusammensetzen. Ein wunderbares Konzert ging zu Ende. „Happy days are here again“, heißt es in „Good Times“ für alle und für die Abiturienten gibt es in Gabriellas Song die Botschaft: „Jetzt gehört das Leben mir.“

Der besondere Dank geht an die Musiklehrer Regina Bauer, Miriam Sauter und Markus Sauter für diese emotionale Wiederbegegnung mit der Musik.

La France en direct – Frankreich ganz nah

FAG im Elsass

Schüler des FAG besuchen für einen Tag ihre Austauschpartner im Elsass

Es ist nicht weit bis zum collège des châteaux in Châtenois im Elsass, aber durch die Pandemie war es bisher nicht möglich, in die 180 Kilometer entfernte Partnerschule des FAG zu fahren. Aber nun freuten sich 43 Acht- und Siebtklässler umso mehr, zusammen mit ihren Lehrerinnen Petra Neher und Birgit Gellink einen erlebnisreichen Aktionstag im Elsass zu verbringen.

BurgAm Vormittag lernten die Schüler den französischen Schulalltag kennen. Sie nahmen am Unterricht teil und erhielten eine Schulführung, die sie auch ins CDI führte. Ein CDI ist weit mehr als eine Schulbibliothek: Es ist ein Ort der Recherche, des Wissens und der Ruhe, den die deutschen Schüler mit einer spielerischen Rallye erkunden konnten. Die Erlebnisse des Vormittags konnten beim gemeinsamen Mittagessen zusammen mit den Austauschpartnern besprochen werden.Mensa Einig waren sich die deutschen Schüler, dass es in Frankreich strengere Regeln gibt: So hat eine Schülergruppe im Unterricht mitbekommen, dass eine französische Schülerin, die ihr Handy nicht wie vorgeschrieben im Rucksack verstaut hatte, sondern lediglich in der Hosentasche, eine Strafarbeit erhielt. Anders ist auch, dass die Schüler nach der Pause im Schulhof vom Lehrer abgeholt werden und nicht allein ins Schulgebäude dürfen. Während die Handyregelung von den Deutschen einhellig als zu streng gesehen wurde, hat diese Regelung vielen gefallen. „Dann ist nicht so ein Durcheinander in den Gängen“, meinte Laura dazu.
ElsassNach dem Mittagessen – übrigens ganz französisch mit mehreren Gängen, dazu Käse und Baguette – erkundeten die Schüler in gemischten Kleingruppen Châtenois bei einer Fotorallye. Zurück im collège konnten die Schüler ihren Austauschpartner bei einem Partnerinterview noch besser kennenlernen. Beim gemeinsamen Abschluss war klar: Es gibt zwar viele Unterschiede zwischen deutschen und französischen Schulen und zwischen Deutschen und Franzosen, aber noch mehr Gemeinsamkeiten. Die FAGler waren beeindruckt von der Freundlichkeit und Offenheit ihrer Gastgeber und wissen jetzt, dass es zum einen geographisch nicht weit ist bis nach Châtenois und zum anderen auch der Weg in die Herzen ihrer neuen Freunde sehr schnell zu bewältigen war.

 

Wenn man drei Jahre probt

Wenn man drei Jahre probt

Theater-AG kann endlich Kleists Amphitryon vorstellen.

 

Eigentlich ist die Handlung von Kleists Amphitryon an sich ja schon verwirrend: Amphitryon, der König von Theben, ist mit seinem Diener Sosias in einem Lager außerhalb von Theben. Gott Zeus nutzt Amphitryons Abwesenheit, um mit dessen Frau Alkmene eine Nacht zu verbringen. Doch hat er sich vorher in Amphitryon verwandelt, so dass Alkmene von einer verfrühten Heimkehr ihres Mannes ausgeht. Zeus‘ Begleiter Merkur versucht wenig erfolgreich, sich der Frau des Sosias zu nähern. Als nun die beiden wirklich aus dem Lager heimkehren, erzählen die Frauen arglos von der vergangenen Nacht und die Verwirrung beginnt: Hätte nicht die Ehefrau erkennen müssen, dass es sich in der vergangenen Nacht nicht um ihren Mann gehandelt hatte? War es denn ein anderer, der in ihrem Bette lag, und ist der, der nun vor ihr steht, etwa ein Betrüger?Bilder der Aufführung

Nicht anders geht es Sosias mit seiner Frau Chairis. Doch bald wissen auch die Rückkehrer nicht mehr, wer sie wirklich sind.

Drei Jahre hat die Theater- AG an diesem Stück geprobt. Immer wieder mit neuen Corona-Verwirrungen. Anfänglich saß jeder Schauspieler in seinem Zimmer zu Hause, im Lockdown, bei Online-Unterricht. An eine Live-Aufführung war nicht zu denken. Also entstand die Idee zum Film. Erste Szenen hat jeder für sich in seinem Kämmerlein gedreht. Dann endlich die Rückkehr in die Schule, aber nur jeweils innerhalb einer Kohorte und nur draußen!

So wurden Alkmene und Amphitryon zuerst von Schülerinnen aus Klasse 12 dargestellt, in der nächsten Szene wurden sie von Unterstufenschülern gespielt. Da man schon mal mit dem Tauschen angefangen hatte, spielte bald auch noch Alkmene den Amphitryon und umgekehrt. Wie konnte man sich in solch einem Wirrwarr noch zurechtfinden? Doch sehr schnell hatten die Zuschauer verstanden, dass die Schauspieler ihre (beschrifteten!) T-Shirts tauschten. Da waren nun auch Jupiter und Merkur, die beiden Bösewichte, die Tunichtgute, die Verführer. Selbst in den Momenten tiefster innerer Verwirrung der Menschen, blieben die Götter immer gut zu erkennen: Zeus mit einem stilisierten Blitz auf dem Rücken und Merkur mit den berühmten Flügelchen auf der Kappe. Was hatte Zeus da aus reinem Drall nur angestellt? Alle Menschen waren über ihre eigene Identität verwirrt und Amphitryon musste für sich klären, wie er mit dem vermeintlichen Betrug seiner Frau umgehen sollte.

Viele Szenen waren in den letzten drei Jahren gefilmt worden, so manch ein Schauspieler, der schon lange zur Truppe des FAGs gehörte, hat bereits die Schule und Vaihingen nach dem Abitur verlassen. Da war die Wiedersehensfreude groß, als einige im Publikum auftauchten!

Zurzeit hat die Theater-AG nur acht junge Mitglieder. Wie sollte man in den letzten Corona-Jahren auch werben? Sie alle erweiterten den Film mit ihren Live-Auftritten. Aber nicht nur Amphitryon und Alkmene waren verwirrt, auch wir Zuschauer waren – und sind es: durch Corona, durch Fake-News und durch Hetze in den Medien. Wer bin ich? Wer war ich? Wer bin ich, wenn man mir versucht, die Würde zu nehmen? So konnte uns zum Schluss nicht nur Kleist mit seiner feinen Sprache überzeugen, sondern auch die Theater-AG mit ihrer aufwendigen Corona-Produktion und ihrer gelungenen Aktualisierung. Nicht verwirrt blieben in den ganzen drei Jahren Frau Weber und Frau Wolf, die die Truppe an einem roten Faden durch das Labyrinth der Herausforderungen führten.

 

Danke für diesen schönen Abend!

Der mutige Leo Löwenherz kommt im Film

Musicalprobe in der Stadthalle

Der mutige Leo Löwenherz kommt im Film

Musical-Proben der 5. Klassen

Alle FAG-Schülerinnen und Schülerinnen erinnern sich an „ihr“ Fünfermusical, so sehr, dass sie sogar bei den Abiturfeiern oft noch Kostproben aus dem Repertoire ihres Stückes geben. Zwei Jahre gab es das von allen immer ersehnte Musical wegen Corona nicht. Dieses Jahr schien die Rückkehr endlich möglich. Aber dann konnten wegen der hohen Inzidenzen schon die Probentage in der Jugendherberge in Creglingen nicht stattfinden. Am Anfang des Schuljahrs noch fest geplant, mussten sie schließlich acht Wochen vorher abgesagt werden: Keine langen Probenstunden am Vormittag, keine gemeinsamen Ausflüge am Nachmittag, kein nächtliches Flüstern auf den Zimmern. Sollte das etwa wieder das Ende der Fünfer-Aufführung sein?
Musicalprobe in der TurnhalleIn der Geschichte des Musicals „Löwenherz- Leonardo und das magische Amulette“ geht es dieses Jahr um den Jungen Leonardo, der sich mit Hilfe eines Amulettes vor der Inquisition aus dem Mittelalter in unsere Zeit retten kann.
Doch als sein Vater gefangen genommen wird, nimmt Leonardo all seinen Mut zusammen und reist wieder in die alte Zeit zurück, um seinen Vater zu retten. Deshalb heißt er auch Leo Löwenherz.Im Klassenzimmer

Mit ähnlichem Mut haben dieses Jahr die Musik-Lehrer und - Lehrerinnen des Friedrich-Abel-Gymnasiums und die Leiterinnen des Darstellenden Spiels trotz des Ausfalls der Probentage doch noch an das Einstudieren des Musicals gewagt. An drei Probentagen übten sie in der Schule in verschiedenen Gruppen und Räumen die Choreografien ein. Singen durften sie nicht. In den Klassen-zimmern wurden von der AG Darstellendes Spiel die Requisiten und die szenische Darstellung vorbereitet. Gespielt wurden diese meist im Freien und im Aufenthaltsraum.Im Klassenzimmer

MusicalprobeZiel aller Proben war dieses Jahr nicht die Aufführung in der Stadthalle, sondern ein Film, der alle Szenen zusammenfassen soll. Hierzu hat die Film-AG viele Teile gefilmt, die nun die SMEPer (Schüler-Medien-Mentoren-Programm-AG) zum diesjährigen Musical-Film zusammenschneiden werden. Noch sind viele von ihnen allerdings mit dem Abitur beschäftigt. Noch sind nicht alle Spielszenen gefilmt, denn auch die Probentage blieben nicht frei von Corona. Das Löwenherz-Schlusslied aller mutigen Fünfer wurde schließlich in der Stadthalle gedreht (Foto oben).

Und genau dieses Lied wurde dann ein einziges Mal live vor der Kommission der Weltethos Stiftung aufgeführt. Alle 140 Schülerinnen und Schüler durften nun wieder singen: laut und mit viel Schwung ließen sie die kleine Turnhalle vor zehn Zuschauern wackeln. Bei manchen blieben da die Augen nicht trocken: nach zwei Jahren Pause konnte man wieder die Begeisterung sehen, mit der die Fünfer am FAG angekommen sind.

Musicalprobe mit Zuschauern

 

Das schriftliche Abitur beginnt immer mit ………

Abitur-Plakate

Nach zwei Jahren Pandemie ein fast normales schriftliches Abitur am FAG

ItalienischabiturSeit Menschengedenken und für Generationen von Abiturienten begann das schriftliche Abitur mit dem Fach Deutsch. Das hatte seine guten Gründe: alle Schüler und Schülerinnen begannen die Reifeprüfung gemeinsam, psychologisch diente der Tag zur Nervenberuhigung, denn jeder Abiturient konnte etwas zu Papier bringen, und die Deutschlehrer hatten die meisten Tage für ihre Korrekturen. Vor lauter Pandemie ist es da in den letzten zwei Jahren gar nicht richtig aufgefallen, dass auch bezüglich des Abiturs die Welt in Baden-Württemberg nicht mehr so ist, wie sie war. Am Montag nach den Osterferien begann das diesjährige Abitur mit Italienisch und mit nur sechs Schülerinnen und Schülern. Nichts von den Gefühlen der früheren Jahre: wir sind der Abi-Jahrgang 2022, wir sind alle zusammen, wir rocken das!
Es mutete eher wie eine normale Klassenarbeit an, nur dass der Musiksaal (Foto) viel zu groß war und natürlich die üblichen Abitur-Regeln galten: Aufsicht, Toilettengang und eine ganz feste Abgabezeit um 13.30h.

Kraftraum78 Schülerinnen und Schüler nahmen dieses Jahr am schriftlichen Abitur des FAGs teil. Eine Schülerin konnte nicht antreten: Corona. Heute endete nun das Abitur mit dem Fach Französisch.

Auf Anregung von Eltern gab es zum ersten Mal einen „Kraftraum für Abiturienten“, in dem die Prüflinge vor und nach den Prüfungen zur Ruhe kommen konnten. Die Fachschaft Religion hatte den Raum liebevoll gestaltet: ein gemütliches Ambiente, spirituelle Impulse und Traubenzucker.

MatheabiturNeben dem Start mit Italienisch ist seit zwei Jahren auch neu, dass die Abiturienten nur noch drei Klausuren schreiben, jeweils in ihren fünf-stündigen Fächern. So gab es jetzt Abiturienten, die keine schriftliche Prüfung in Deutsch oder Mathematik ablegen mussten, vor ein paar Jahren noch undenkbar. Nur an zwei Tagen fand das Abitur wegen der Größe der Gruppe in der Stadthalle statt: der sogenannten Tutti-Frutti-Tag (Bildende Kunst, Gemeinschaftskunde, Geografie, Geschichte, NwT, Sport und Wirtschaft) hatte mit 58 Abiturienten die meisten „Teilnehmer“, gefolgt von Mathematik mit 43 (Foto).

Normal war an diesem Abitur, dass auf Tests und Masken verzichtet wurde. Letzte Zugeständnisse an die Corona-Situation waren lediglich die Verlängerung der Arbeitszeit um 30 Minuten in allen Fächern und die Möglichkeit für die Fachlehrer, Aufgaben auszuwählen. Ein freiwilliges Ausweichen auf den Nachtermin - wie in den letzten zwei Jahren - war nicht mehr möglich. Die Schüler und Schülerinnen sind nun - wie jedes Jahr - überglücklich, dass „es“ vorbei ist. Ab heute Abend werden sie in verschiedenen Gruppen ohne Lehrerbegleitung auf „Studienfahrt“ nach Kroatien, Italien, Paris oder zum Wandern auf die Schwäbische Alb gehen. Die eigentliche Abi-Fahrt führt im Juli nach dem mündlichen Abitur nach Lloret de Mar in Spanien.

Wie schön, dass diese Fahrten wieder möglich sind! Gute Reise.

Pädagogischer Tag am FAG

Pädagogischer Tag am FAG

Die Krise als Chance

Vor einer Woche hat an den Schulen in Baden-Württemberg die langersehnte „Rückführung in den Normalbetrieb“ begonnen, keine Nachweise und keine Tests mehr, die Maskenpflicht ist aufgehoben, aber weiterhin empfohlen. Zwar tragen fast alle Schüler und Schülerinnen noch Maske, doch das wird in Anbetracht des Wegfalls der anderen Maßnahmen nicht mehr als schlimm empfunden. „Daran haben wir uns jetzt schon gewöhnt“, kommentiert Daniel aus Klasse 8.

Da schien es allen Teilnehmern des pädagogischen Tages am Dienstag vor den Osterferien genau der richtige Zeitpunkt, um gemeinsam mit Eltern und Schülern und Schülerinnen auf die Zeit der Pandemie zurückzuschauen und auch einen Ausblick in die kommende Zeit zu wagen.
Unter den Leitfragen: „Wie habe ich die Zeit der Pandemie erlebt? Wovon habe ich profitiert? Was hat mir in dieser Zeit geholfen?  Was macht mir aktuell zu schaffen?“ trafen sich vormittags Eltern, Schüler und Lehrer in getrennten Gruppen. Begleitet wurden sie jeweils von einem Fachberater Schulentwicklung, die das FAG für diesen Tag von außen eingeladen hatte. Die Ergebnisse der jeweiligen Gruppen wurden bei schönstem Frühlingswetter unter dem Zeltdach präsentiert.

Eltern sprachen über ihre Mehrbelastung, den schnellen Erwerb von technischen Skills von Eltern und Schülern durch den Online-Unterricht und ihre Sorgen, ob ihre Kinder, besonders wenn sie aus den unteren Klassen kommen, Wissenslücken angehäuft haben.

Von den Schülerinnen und Schülern wünscht sich niemand den täglichen Online-Unterricht zurück, aber sie erinnern sich gerne daran, dass sie damals ihre Zeit selbst einteilen konnten und dass sie durch den Ausfall der Klassenarbeiten mehr Zeit für sich hatten. Bei aller Freude über die Rückkehr zur Normalität fallen den Schülerinnen und Schülern die vielen Klassenarbeiten und deren Vorbereitung am schwersten.

Den Lehrerinnen und Lehrern bleibt aus dieser Zeit die gute Zusammenarbeit mit Kollegen, die Hilfestellungen in technischen Fragen und der Austausch von Materialien in guter Erinnerung.
Aber auch der Zuwachs an individuellen Förderungsmöglichkeiten, der durch die vielen technischen Wege entsteht, die jetzt alle am Schulleben Beteiligten gleichmäßig benützen, bleibt für alle ein Gewinn.
Am Nachmittag arbeiteten die Lehrerinnen und Lehrer dann an einzelnen Themen weiter, die sich am Vormittag als zentrale Punkte herausgestellt hatten. So ging es etwa darum, wie man aus den Einzelkämpfer-Schülern in Klasse 5 und 6 gute Klassengemeinschaften macht oder wie man allen Schülerinnen und Schülern Raum zur nicht-schulischen Interaktion geben kann, den sie in den letzten Jahren so schmerzlich vermissen mussten.

Am 12. Mai gehen deshalb alle FAG-Schüler auf einen zusätzlichen Exkursionstag. Natürlich müssen auch Wissenslücken geschlossen werden, was im Rahmen der Förderaktion „Lernen mit Rückenwind“ des Kultusministeriums am FAG schon in vielen mittäglichen Fachsprechstunden passiert.

Das Wetter hat es gut gemeint mit diesem Tag, fast alle Besprechungen konnten draußen stattfinden. Überall war eine Aufbruchstimmung zu merken: Jetzt haben wir es zusammen so weit geschafft, jetzt schaffen wir den Schlussspurt der Pandemie auch noch! In den nächsten Wochen werden sich Gruppen bilden, die vielen guten Ideen auch in die Tat umsetzen.

 

Japanisch-Unterricht in der MLC

Japanisch-Unterricht in der MLC

Unter einem fast verblühten japanischen Kirschbaum

Japanisch-Unterricht in der MLC

 

Was ist das für eine Gruppe und warum hält sie I-Pads in der Hand? Und noch wichtiger:

Was steht da eigentlich drauf? Jeder erkennt die japanische Flagge. Auf den I-Pads steht „Japanisch“, aber natürlich in Japanisch. Seit Februar lernen die Schülerinnen und Schüler der MLC, der Sprachen-Begabten-AG Multi Language Class am FAG, die Grundzüge der

japanischen Sprache. Ihre Lehrerin ist Sarae Furuya, eine ehemalige Mutter am FAG, die das Japanisch-Modul nun schon zum zweiten Mal unterrichtet.

Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler werden für die MLC in Klasse 7 ausgewählt.

Jedes Schuljahr ist in vier Module eingeteilt. Im ersten Modul haben sich die MLC-ler dieses Jahr mit deutschen Dialekten beschäftigt. Am Ende der Einheit gab es ein kleines Fest, leider ohne Eltern, bei dem die Teilnehmer ihre Dialekt-Projekte vorstellten. Besonders beeindruckend war eine Präsentation über den Siegerländer Dialekt, den Laura Treptow wissenschaftlich genau zwischen den einzelnen Dialektfamilien einordnete und mit zahlreichen Beispielen aus ihrer Familie veranschaulichte. Das Siegerländer -r- beherrscht sie perfekt.

Im zweiten Modul kommen traditionell die zweiten Fremdsprachen Latein und Französisch zum Zuge. Letztes Schuljahr gab es den Wunsch der Schüler und Schülerinnen, die jeweils andere Sprache in bisschen zu lernen. Alle hatten daran viel Spaß. Dieses Jahr hatte Französisch sich etwas Besonderes ausgedacht: Ausgehend von dem Musikvideo À nos héros du quotidien des französischen Sängers Soprano drehten die Schüler und Schülerinnen Clips über ihre Alltagshelden in vier Sprachen. Da ging es etwa um Müllmänner, Krankenschwestern, die Eltern oder Schriftstellerinnen. Die lateinische Geschichte ging um den kleinen Asterix, der durch sein mutiges Vorbild einem Mobbing-Opfer in der Schule Kraft gegeben hat. Das Filmen war nicht einfach, weil die Gruppenzusammenstellungen wegen der Kohortenpflicht immer wieder umgestellt werden mussten. Doch termingerecht war der Film fertig, denn die MLC nimmt mit diesem Beitrag am Bundeswettbewerb Sprachen teil.

Das dritte Modul ist immer das sogenannte „Bonbon-Modul“, eine unbekannte Sprache.

Letztes Jahr gab es Chinesisch, davor auch Griechisch und Türkisch. Und dieses Jahr nun eben Japanisch. Auch hier galt Kohortenpflicht und jede Klassenstufe wurde deshalb in einem eigenen Zimmer unterrichtet. Aber Frau Furuya arbeitet mit modernen Methoden und so lernten die Schüler eben auf dem I-Pad die japanische Aussprache, erste Zeichen und natürlich viel über die japanische Kultur.

Für Frau Furuya war erstaunlich, wie konzentriert die Schülerinnen und Schüler bei der Sache sind. Sie gibt auch sonst Japanisch-Unterricht, aber sie findet diese Gruppe besonders motiviert. Am Donnerstag war schon die letzte Sitzung, diesmal ganz ohne Beschränkungen. Sprachen lernen ist mit Masken wirklich schwierig.

In einem letzten Modul geht es dann um Englisch. Und ein Ausflug ins Lindenmuseum steht auch noch auf dem Programm.

Die Leidenschaft für Sprachen oder eine bestimmte Sprache entwickelt sich meist aus einem biographischen Zufall: ein Austausch nach England, ein Freund im Urlaub oder Auslandjahr, eine Reise oder Ausstellung. Deshalb ist es das Ziel der MLC, viele Gelegenheiten zur Begegnung mit Sprachen zu schaffen.

Simon Gruschwitz wieder erfolgreich bei der „Mathematik-Olympiade“

Foto: Preisübergabe an Simon durch seinen stolzen Mathematiklehrer Björn Maier

Simon Gruschwitz wieder erfolgreich bei der „Mathematik-Olympiade“

 

Schon zum fünften Mal hat Simon Gruschwitz aus Klasse 9a erfolgreich an der „Mathematik Olympiade“ teilgenommen. Hierbei handelt es sich um einen bundesweiten Wettbewerb. Seine Ursprünge gehen auf die 1962 in der DDR begründeten „Olympiade junger Mathematiker“ zurück. Damals nahmen überwiegend Schüler und Schülerinnen von Spezialschulen an diesem Wettbewerb teil. Heute findet der Wettbewerb in allen Bundesländern statt, aber nicht in allen Ländern beginnt der Wettbewerb mit der 1. Runde. „Das ist schade“, findet Simon, „denn diese erste Runde findet an den Schulen statt. Sicher würden aus Baden-Württemberg auf diesem Wege viel mehr gute Schüler teilnehmen.“ Alle weiteren Runden finden auf Empfehlung von Lehrern oder auf eigene Initiative an anderen Schulen statt. In den letzten zwei Jahre waren natürlich alle Prüfungen und Seminare online.

Letztes Jahr hatte Simon mit der vierten Runde das Bundesfinale der besten Mathematik-schüler und -schülerinnen in Deutschland erreicht und war sogar mit einem 2. Platze der beste Mathematikerschüler aus Baden-Württemberg.

Dieses Jahr erreichte Simon in der dritten Runde einen dritten Preis. Er sei nicht traurig, kommentiert er die Platzierung, der Leistungsanstieg sei in Klasse 9 enorm und ein bisschen Glück gehöre eben auch dazu, unter Zeitdruck zu einer schnellen guten Lösung zu kommen. Und ganz bescheiden fügt er hinzu: „es gibt eben auch viele andere gute Mathematikschüler und -schülerinnen.“ 

Wenn man das youtube-Video der Online-Preisverleihung der Bundesrunde 2021 verfolgt, sieht man, dass immer noch fast die Hälfte der Bundes-Preisträger aus den neuen Bundesländern und Berlin kommen und nur sehr wenige aus Baden-Württemberg. Im Osten scheint dieser Wettbewerb immer noch Tradition zu sein. Vielleicht liest jetzt jemand beim Kultusministerium diesen Artikel und nimmt Simons Anregung auf, in Baden-Württemberg auch eine erste Runde an den Schulen zu begründen.

Natürlich startet Simon nächstes Jahr wieder bei der „Mathematik Olympiade“, dann eben mit den Aufgaben für Klasse 10.

Bis dahin nimmt er weiterhin am bundesweiten Förderprogramm „Jugend trainert

Mathematik“ teil, das Talente mit Unterlagen und Seminaren auf große Wettbewerbe vorbereitet.

 

Weiterhin viel Erfolg und herzlichen Glückwunsch, Simon!

 

Foto: Preisübergabe an Simon durch seinen stolzen Mathematiklehrer Björn Maier

 

Wenn man die Freiheit der deutschen Schule vermisst

Orleon 2022

Philippa Kiesel aus Klasse 9d berichtet von ihrem 3-monatigen Austausch in Frankreich mit dem Brigitte Sauzay-Programm

Seit dem 26. Februar, also seit 5 Wochen, bin ich nun schon in Ouzouer-sur-Loire in Frankreich. Anfangs hatte ich Probleme mit dem Verständnis, da die Leute hier sehr schnell und undeutlich reden. Doch ich habe mich gut angepasst und an das Leben in Frankreich gewöhnt.


Ich gehe hier auf das Collège Geneviève de Gaulle-Anthonioz in Les Bordes. Das Schulleben ist anders als in Deutschland. Jeden Morgen nimmt man den Schulbus, der einen direkt zur Schule bringt. Um die Schule betreten zu können, muss man sein „Carnet“, ein Heft zur Vermittlung zwischen Schule und Eltern, vorzeigen, um zu beweisen, dass man auf dieser Schule ist. Wenn alle Schüler das Gelände betreten haben, werden die zwei Tore geschlossen, sodass niemand mehr hinein oder hinaus gehen kann.

Als Schüler kann man die Schule erst nach dem Unterrichtsschluss verlassen, es sei denn, man hat z.B. einen Arzttermin oder man ist krank. Auf dem Carnet wählen die Eltern auch mit Farben aus, wann das Kind die Schule betreten und verlassen darf:

Grün bedeutet, dass das Kind nur zur Zeit des Unterrichts in der Schule sein muss, also wenn die ersten oder letzten Stunden entfallen, darf es selbstständig später kommen oder früher gehen.

Gelb bedeutet, dass das Kind vom Schulbeginn um 8.30 Uhr bis zum Schulschluss um 17.05 Uhr in der Schule sein muss, aber selbstständig kommen und gehen darf.

Rot bedeutet, dass das Kind von 8.30 bis 17.05 Uhr in der Schule sein muss und von den Eltern abgeholt werden muss.

Eine Unterrichtsstunde dauert 55 Minuten und es wird durchgehend in Stille gearbeitet. Hier haben die Schüler deutlich weniger Freiheit als in Deutschland, die Toiletten sind während des Unterrichts abgeschlossen, sodass man nur in den Pausen auf die Toilette gehen kann. Auch in der Mittagspause kann man nicht einfach das Schulgelände verlassen und etwas Essen gehen, sondern man isst an zugeteilten Tischen in der Kantine.


Nach dem Essen hat man noch kurz Pause und dann hat man noch 3 Stunden Schule und kann danach den Bus nach Hause nehmen. Gegen 17.45 Uhr kommen wir dann meistens bei meiner Austauschpartnerin Lucie an. Wir machen danach unsere Hausaufgaben. Ich mache sowohl die Aufgaben, die ich aus Deutschland geschickt bekomme, als auch ein paar aus dem Collège hier. Z.B. im Mathe-, Englisch- und Deutschunterricht kann ich auch mitmachen und somit mache ich auch die Hausaufgaben. Lucie arbeitet sehr viel für die Schule, da sie viele Aufgaben bekommt und auch viel davon benotet wird. In Frankreich isst man erst zwischen 20.30 und 21.30 Uhr zu Abend und danach lernt Lucie meistens noch auf Arbeiten. In der restlichen Zeit, in der ich nichts zu tun habe, telefoniere ich oft mit meiner Familie oder Freunden in Deutschland.

So sieht unter der Woche jeder Tag aus, außer mittwochs, denn da haben wir schon um 12.30 Schulschluss. Mittwochnachmittag unternehmen wir immer etwas mit Freunden. Z.B. gehen wir oft nach Dampierre-en-Burly, wo es einen Skatepark gibt. Dort treffen wir dann Freunde aus der Schule und verbringen den Nachmittag dort. Einmal waren wir auch mit einer Freundin in Gien auf der „Fête Foraine“, einem Jahrmarkt.


Am Wochenende waren wir schon zweimal in Orléans, wo wir sowohl in verschiedenen Geschäften waren als auch die schönen Gebäude angeschaut haben. Denn Orléans hat einen Teil, der Paris sehr ähnelt, und einen Teil, in dem die Häuser aussehen wie im Elsass. Orléans gefällt mir sehr. Am 9.4. werden wir nach Paris gehen, worauf ich mich auch sehr freue.
An den anderen Wochenenden haben wir einmal die Eltern meines Gastvaters und einmal die Familie meiner Gastmutter besucht. Sonst machen wir auch oft etwas mit Freunden. Da die Eltern meiner Austauschpartnerin getrennt sind, wechseln wir jeden Montag nach der Schule das Haus, sodass es auch an jedem Wochenende anderes Programm gibt. Lucie hat zwei Brüder. Der Größere, Martin, bleibt immer bei dem Vater, aber der Jüngere, Justin, wechselt immer mit uns. Sie hat auch noch eine große Schwester, Eva, sie ist 19 Jahre alt und studiert in Nancy.


Ich vermisse die Freiheit in Deutschland und fühle mich in der Schule auch etwas beobachtet, da immer und überall Aufsichten sind. Aber das Essen in Frankreich ist sehr lecker. Man isst immer eine Vorspeise, einen Hauptgang und einen Nachtisch und dazu noch Baguette. Dies werde ich, wenn ich wieder zurückgehe, vermissen, genauso wie die Freunde, die ich hier gefunden habe. Am 24. April fahre ich wieder zurück. Ich freue mich auf zuhause, aber ich denke, dass mir der Abschied trotzdem schwerfallen wird.

Foto: Philippa (Mitte) mit ihrer Freundin Jade und Ihrer Gastschwester Lucie (r.) in Orléans

Friedenskette als Zeichen der Unterstützung

Friedenskette

2100 Schüler setzen starke Zeichen für den Frieden

Vaihinger Friedrich-Abel-Gymnasium initiiert Menschenkette durch die Kernstadt. Religionslehrer:
„Das Engagement der Schüler war umwerfend.“ Schülersprecher: „Krieg ist niemals die Lösung.“

Friedenskette

Von Sabine Rücker

Luftballons bei FriedensketteVAIHINGEN. „Zieht einfach“, „Ihr müsst laufen“, rufen Schüler, die gestern Mittag in der Menschenkette für den Frieden stehen. Doch es reicht nicht ganz – auf dem Radweg beim Friedrich-Abel-Gymnasium klafft ein Loch in der eigentlich 3,2 Kilometer langen Friedenskette in Vaihingen, die von rund 1400 Schülern gestern gebildet wird.
Das tut dem beeindruckenden Anblick aber keinen Abbruch und auch dem starken Symbol, das die Schulen so geschaffen haben. „Unsere Kette ist ein Symbol für den Frieden, der im Augenblick der Ukraine fehlt, aber auch anderen Staaten auf der Welt“, sagt Religionslehrer und Schulseelsorger Dr. Martin Neher zuvor auf dem FAGSchulhof zur Schülerschaft.
Neher war der Impulsgeber für die Friedenskette.
Es sei zu Beginn der Faschingsferien gewesen, als er nicht gewusst habe, „wie wir das Leid in der Ukraine in der Schulgemeinschaft gut auffangen können“, sagt Neher. Daraufhin habe er E-Mails an die Kollegen geschrieben und noch in den Ferien sehr viele Ideen als Rückmeldung erhalten.
In der ersten Schulwoche sei das Thema dann gemeinsam besprochen worden. „Es war für alle Lehrer ein großes Thema und Anliegen, das mit den Schülern gut in altersgerechter Form zu kommunizieren.“
Ergebnis sei dann der Schwenk gewesen vom Krieg zum Frieden, dass man Gemeinschaft von innen heraus stärke und damit für ein gewisses Rüstzeug für jeden einzelnen sorge, aber auch ein politisches Signal setze. Ist das bei den Schülern gut angekommen?
„Ich glaube ganz arg“, sagt Neher. Von ihnen sei so viel an Engagement gekommen, „das war umwerfend“.

Ballons mit Friedenswünschen„Die Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine und die Situation der Menschen dort stehen aktuell im Fokus der Öffentlichkeit und machen unsere Schülerinnen und Schüler und auch uns Erwachsene sehr betroffen. Ängste, Fragen und der Wunsch, irgendwie zu helfen, stehen im Raum.“ So beschreibt Stephan Damp, Schulleiter des
FAG, die derzeitige Lage. "Es ist uns als FAG-Schulgemeinschaft sehr wichtig, zeitnah ein Zeichen zu setzen und auf die aktuellen Ereignisse angemessen einzugehen.“


FahrradwegDeshalb habe man die Woche vom 14. bis 18. März am FAG unter das Motto „Woche für den Frieden“ gestellt. Hierbei fanden im Unterricht punktuell Unterrichtsbeitrage oder Projekte mit verschiedenen Schwerpunkten statt: In einzelnen Fächern und Unterrichtsstunden wurde das Thema aufgegriffen, so Damp.
Die SMV engagiert sich mit einer Spendenaktion für die Ukraine: Die Klassen sind aufgerufen, an bestimmten Terminen bis zu den Osterferien eine Aktion durchzuführen und damit Geld zu sammeln. Ein Lehrer konnte gestern schon von 700 Euro berichten, die allein von den Klassen 5a, b und c gesammelt wurden. Bis zu den Osterferien werde es wöchentlich mindestens drei Aktionen von mindestens sechs Klassen geben, um weiter Geld zu sammeln. Die Spenden sollen an das Stuttgarter Arthausprojekt Ukraine Jetzt fließen.

Höhepunkt der Woche am FAG war die gestrige Friedenskette in Vaihingen, die vom Ordnungsamt genehmigt worden sei.
Hierzu seien alle weiterführenden Schulen in Vaihingen eingeladen worden. „Wir freuen uns, dass sich außer dem FAG auch Schülerinnen
und Schüler der Ferdinand-Steinbeis-Realschule, des Stromberg-Gymnasiums und der Waldorfschule an der Friedenskette beteiligen“, so Schulleiter Damp. Die
Ottmar-Mergenthaler-Realschule in Kleinglattbach habe aus logistischen Gründen eine solidarische Aktion auf dem Schulhof der OMRS veranstaltet, so Schulleiter Markus
Widmann. Rund 700 Schüler sind dabei.
Die Wilhelm-Feil-Schule und die Schlossbergschule aus der Kernstadt hätten gerne mitgemacht, es sei ihnen aber leider nicht möglich gewesen, berichtet der FAG-Schulleiter.
FriedenswunschBeim sogenannten „FAG Total“ im Schulhof, coronabedingt dreimal für Gruppen von Schülern, heißt es gestern in Redebeiträgen
der Schülersprecher unter anderem „Taten sprechen lauter als Worte“, wie unzählige Aktionen wie beispielsweise ein Kuchenverkauf zeigten. Von Hilfe und Empathie war die Rede, von Hoffnung und davon, dass der Frieden, in dem wir leben weder selbstverständlich, noch ewig sei, wenn wir ihn nicht verteidigen. Ein Verbindungslehrer zitiert Albus Dumbledore aus den Harry Potter-Romanen: „Obgleich wir von verschiedenen Orten kommen und eine andere Sprache sprechen, schlagen unsere Herzen gemeinsam.“

Kurz nach 12 Uhr strömen gestern schließlich die Schüler der vier an der Menschenkette teilnehmenden Schulen an ihren Platz und verbinden sich zwecks Abstandswahrung mit Schals zu einer Menschenkette. Mehrere Lehrerinnen und Lehrer des FAG koordinieren deren Zusammenschluss.
Nach dem Abzählen eines Countdowns werden pro Klasse zwei Luftballons mit Friedenswünschen in den Farben Gelb und Blau – und biologisch abbaubar – in den Himmel entlassen.


Für die Aktion in der OMRS hatten die Schüler im Vorfeld Plakate beschriftet und bemalt sowie ein großes „Peace“-Zeichen auf den Schulhof gemalt. Man setze ein Zeichen gegen Krieg in Europa und in der ganzen Welt, sagt Rektor Markus Widmann. Die OMRS sei eine Schule, die für den Frieden stehe. „Es gibt keine Alternative zum Frieden“, sagt Widmann. „Krieg ist niemals die Lösung“, betont im Anschluss Schülersprecher Ediz Can Memetali. Die Plakate werden nun im Foyer der Schule ausgestellt.

Friedenskette