Mathematik

Mathematik – Wozu?

Wenn man sich fragt, wozu wir eigentlich Mathematik betreiben, ist es sinnvoll vorab zu klären, was ist eigentlich Mathematik.

Man kann die Bedeutung von Mathematik im Wesentlichen in drei Aspekte einteilen:

Zunächst einmal sind „Techniken und Fähigkeiten“ wichtig. Mathematik ist u.a. Rechnen (nicht nur!), angefangen beim kleinen Einmaleins bis hin z.B. zu Differenzieren und Integrieren. Grundfertigkeiten einzuüben gehört nun mal zur Mathematik. Natürlich gibt es heute Taschenrechner, Computer und andere technische Geräte, die uns die unterschiedlichsten Rechenprobleme abnehmen. Trotzdem sollten wir auch in der Lage sein, Grundprobleme aus dem Stand überschlagen und abschätzen zu können.

Für die Schule und auch später gilt: Je besser man Grundlagen beherrscht, desto mehr kann man sich auf die eigentlichen Inhalte konzentrieren. Und dies bedeutet Arbeit in Form von Training.

Schon früh im Umgang mit Mathematik wird aber auch klar, Mathematik hat eine eigene „Sprache“. Es gibt eine spezifische Menge von Sprachelementen mit speziell definierter Bedeutung (Semantik) und speziellen Regeln, wie diese Symbole verwendet werden dürfen (Syntax). Mathematik lernen heißt auch, diese Sprachelemente zu lernen, ähnlich wie das Vokabel- und Grammatiklernen bei einer Fremdsprache.

Ziel der mathematischen Sprache ist es zum einen, sich präzise auszudrücken, d.h. einen Sachverhalt eindeutig und unmissverständlich zu beschreiben. Mit steigendem Niveau, sollte auch auf Prägnanz geachtet werden, d.h. einen Sachverhalt so kurz wie möglich zu beschreiben.

Auch hierbei erfordert es Übung und Gewöhnung durch Wiederholung. Die Alltagssprache wird immer stärker mit der mathematischen Sprache verknüpft. Sätze und Aussagen werden in Formelsprache oder auch kleinen mathematischen Texten ausgedrückt.

Der dritte Aspekt der Mathematik, macht die Lernenden zu Problemlösern und ist wohl der wichtigste Aspekt: „Abstraktion und Konzepte“. In der Schule wird Mathematik stets an konkreten Problemen eingeführt. Je weiter man sich aber mit gewissen Teilbereichen beschäftigt, desto abstrakter werden die Probleme. Mathematik lernen scheint manchmal auch zu bedeuten, Lösungen für Probleme zu bekommen, die es scheinbar ohne Mathematik gar nicht geben würde.

Im Idealfall füllt man sich im Laufe der Schulzeit einen imaginären Werkzeugkoffer mit Konzepten bzw. Lösungsansätzen, die man auf konkrete Probleme anwenden kann.

(frei nach http://www-home.htwg-konstanz.de/~birkh/mathematik-vorkurs/VorkursSkript.pdf entnommen, 9.11.2019)