Ausschnitt aus dem Erklärfilm

Auftakt der Abel-Feierlichkeiten: Erklärfilme zu „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“

Erklärfilmmst. Filme zu konsumieren, ist für die allermeisten Schülerinnen und Schüler selbstverständlich, aber eigenständig Drehbücher zu verfassen, Figuren und Kulissen zu entwerfen und dann noch verständlich den Inhalt eines historischen Textes zu vermitteln, ist nicht ganz so einfach. Die Klasse 8a des Friedrich-Abel-Gymnasiums hat es ausprobiert und in mehreren Doppelstunden zu der Novelle „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ von Friedrich von Schiller Erklärfilme gedreht. Schillers kurze Erzählung über einen Wilddieb, der nach Jahren im Zuchthaus zum Mörder und Räuberhauptmann wird und sich schließlich einem verständnisvollen Amtmann zu erkennen gibt, basiert auf der wahren Geschichte des „Sonnenwirtle“: Johann Friedrich Schwan, geboren 1729 in Ebersbach an der Fils, war ein Räuber und Mörder, der 1760 in Vaihingen an der Enz gefangen, gerädert und schließlich geköpft wurde. Der für den Richterspruch verantwortliche Oberamtmann Konrad Ludwig Abel war der Vater von Jakob Friedrich von Abel, dem späteren Lehrer Schillers, der diesem von dem Schicksal des „Sonnenwirtle“ berichtete.
Gewinner des LiteraturwichtelsSchiller stellte – als einer der ersten in jener Zeit – mit seiner Novelle die Frage, ob es nicht die Not ist, die jemanden zum Verbrecher werden lässt. Die Determiniertheit des eigenen Lebens, das einem in bestimmten Fällen keine andere Wahl lässt, als sich mit Zwang zu nehmen, was einem das Dasein verwehrt. Und so fühlt sein Protagonist Christian Wolf Reue, will sich mehrfach dem redlichen Leben zuwenden, scheitert aber nicht zuletzt an seiner Umwelt. Dadurch erreicht Friedrich von Schiller, dass der Leser nachdenkt und sein eigenes Handeln hinterfragt, vielleicht sogar Sympathien für den Gescheiterten, der sich am Ende freiwillig zu erkennen gibt, empfindet.Zweite Gewinner des Literaturwichtels
Die Schülerinnen und Schüler der 8a wählten unterschiedliche Szenen der Novelle aus, fertigten Kulissen in Schuhschachteln an, entwarfen die Texte (teilweise in Schillers Sprache, meist jedoch der Gegenwart angepasst), unterlegten ihre Szenen mit Musik und schnitten am Ende auch die Filme. Dritte Gewinner des LiteraturwichtelsAlle fünf Gruppen lieferten sehr originelle und durchaus anspruchsvolle Kurzfilme, die dann noch von der ganzen Klasse bewertet wurden. Am Ende gab es eine Abstimmung und drei Gruppen durften sich über einen Literatur-Wichtel für den besten Erklärfilm in Gold, Silber und Bronze freuen. Der Spaß war riesengroß und die Klasse 8a weiß jetzt über Abel, Schiller und das „Sonnenwirtle“ bestens Bescheid.