Selbstevaluation 2025/26

1. Thema

Im Schuljahr 2025/26 wurde im Rahmen der Selbstevaluation das Thema „Kommunikation – Sprachsensibilität und der Umgang miteinander“ evaluiert. Zentraler Bestandteil war die Reflexion von Kommunikationskulturen. Für unsere Untersuchung ergaben sich folgende Fragestellungen: Wie wird zwischen Lernenden und Lehrkräften bzw. zwischen Eltern und Lehrkräften mit Sprache umgegangen? Wie sensibel wird auf unterschiedliche Sprachkompetenzen, kulturelle Hintergründe und individuelle Ausdrucksweisen eingegangen? Und welche Praktiken fördern ein respektvolles Miteinander, welches insgesamt das Lern und Arbeitsklima stärkt?
Eine grundlegende Voraussetzung für die positive Gestaltung des Lernprozesses ist das Wohlbefinden aller am Schulleben beteiligten Personen, speziell von Schülerinnen und Schülern bzw. den Lehrkräften. Wichtige Aspekte sind hier ein toleranter und wertschätzender Umgang untereinander sowie die Akzeptanz und Würdigung der eigenen Persönlichkeit durch andere.
Die Kommunikation ist ein wichtiger Faktor und beinhaltet hierbei zahlreiche Möglichkeiten zur Gestaltung schulischer und individueller Aspekte. Andererseits stellt es aber auch ein nicht unerhebliches Konfliktpotential dar.
Im Rahmen der Untersuchung wurden als Schwerpunkte die Höflichkeit, die Wertschätzung und die Konfliktfähigkeit im sprachlichen Umgang betrachtet. Dabei wurden auch passende Aspekte des schuleigenen Leitbildes berücksichtigt.
Die Ergebnisse sollen helfen, konkrete Handlungsfelder für die Weiterentwicklung einer sprachsensiblen Schulkultur abzuleiten und als Basis für gezielte Maßnahmen und Fortbildungsangebote zu dienen.

2. Teilnehmende des Evaluationsteams

Lehrkräfte Eltern Schülerinnen und Schüler
Frau Scharsich Frau Binici Ophelia Kolb
Herr Setzer   Luise Scholand
Herr Vogt   Laura Treptow
    Felicia Janzen
    Amara Gummert

 

 

 

 

3. Termine

25.11.25

1. Sitzung des Evaluationsteams:

Information zur Evaluation allgemein, zum Evaluationskreislauf und zum Orientierungsrahmen zur Schulqualität

Erarbeitung möglicher Evaluationsthemen
02.012.25

GLK–Beschluss: Evaluationsthema

„Kommunikation – Sprachsensibilität und der Umgang miteinander“
09. 12. 25

2. Sitzung des Evaluationsteams

Diskussion und Festlegung von Evaluationsinstrument, Gruppen der zu Befragenden und Untersuchungsaspekten

Erarbeitung eines Fragenkataloges zur Online-Befragung für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern, Vergabe von Arbeitsaufträgen zur Fertigstellung des Fragenkataloges
bis 13.01.26 Arbeitsfassungen der Fragenkataloge werden erstellt und per Email an die Mitglieder des EVA-Teams verschickt
13. 01. 26

3. Sitzung des Evaluationsteams

Diskussion und Überarbeitung der Fragenkataloge, Fertigstellung,

Planung der Online-Befragung
bis 19.02.26 Überarbeitung, Fertigstellung und Testlauf der Online-Befragung
09.02. - 25.03.26 Durchführung der Online-Befragungen für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern
28. 04.26

4. Sitzung des Evaluationsteams

Sichtung und Besprechung der Ergebnisse der Onlinebefragungen

Diskussion über potenziellen Handlungsbedarf und abgeleitete Maßnahmen
bis 19.05.26

5. Sitzung des Evaluationsteams

Festlegung von potenziellem Handlungsbedarf und abgeleiteten Maßnahmen

Diskussion über die Präsentation der Ergebnisse

Erstellung der Präsentation
16. 06. 26 GLK–Beschluss über abgeleitete Maßnahmen
bis 15.07.26 Fertigstellung des Evaluationsberichtes
Im Anschluss Ausstellung der Ergebnisse im Foyer, Einstellung der Evaluationsergebnisse auf die Homepage der Schule

 

4. Durchführung

Das gewählte Thema betrifft die gesamte Schulgemeinschaft. Beim gewählten Thema sind die Diskretion der Befragung und der Schutz der Privatsphäre der Befragten besonders wichtig. Um die Anonymität der Datenerhebung weitestgehend zu gewährleisten, wurde das Instrument der Online-Befragung gewählt. Die Online-Befragung wurde in einem Zeitraum vom 09.02. – 25.03.2026 durch-geführt. Alle Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern der Schule waren zur Teilnahme an der Befragung eingeladen und hatten die Möglichkeit, sich zu dem gewählten Evaluationsthema zu äußern. Die Einladung und Sensibilisierung der Schüler zur Teilnahme an der Befragung erfolgte über die Klassenlehrer. Die Eltern wurden während der Pflegschaftsabende zur Teilnahme eingeladen. Die Lehrer wurden im Rahmen einer GLK über die Teilnahmemöglichkeit informiert.

5. Auswertung

Insgesamt beteiligten sich 503 Schülerinnen und Schüler, 35 Lehrkräfte und 116 Eltern an der Befra-gung. Die Auswertung der Befragung und Besprechung der Ergebnisse erfolgte während der an-schließenden Sitzungen der Selbstevaluationsgruppe. Zuerst wurden allgemeine Auffälligkeiten be-sprochen, anschließend nach Besonderheiten gesucht, bei den Schülerinnen und Schülern auch inner-halb der Jahrgangsstufen, sowie ein Meinungsbild der beteiligten Gruppen abgeleitet.

Die Befragung von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften sowie Eltern ergab die folgenden signifikanten Aspekte, auf deren Grundlage entsprechende Empfehlungen abgeleitet werden können:


Höflicher Umgang miteinander (Danke, Bitte, Begrüßung, Entschuldigungen, Ausreden lassen…)
Die Lehrkräfte sind überzeugt, dass man sich höflich und wertschätzend gegenüber der Schülerschaft verhält. Allerdings vermissen 30 % der SuS diese Höflichkeit und Wertschätzung.
Appell an das Kollegium: Mögliche Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung sollte beachtet werden. Für die Lehrkräfte gilt es hier, die eigene Rolle als Vorbild vorzuleben.

  Kritische Äußerungen von SuS und Eltern gegenüber Lehrkräften
Die KuK sind überzeugt, dass durch kritische Äußerungen von SuS oder Eltern für diese keine Nachteile entstehen. Demgegenüber befürchten aber Eltern (54 %) und SuS (55 %) dadurch persönliche Nachteile.
Appell an das Kollegium: Bewusstsein im Umgang mit dem bestehenden Machtgefälle zwischen Lehrkräften und SuS schärfen und ein Klima der Transparenz schaffen.
Die Bedeutung und Qualität der Klassensprecherteams als neutrales Sprachrohr der SuS soll gefördert werden. Auch die Vermittlung durch Vertrauenslehrkräfte, Schulsozialarbeit, Seelsorge muss deutlicher gemacht werden. Generell versprechen wir uns von systematischem SuS-Feedback (Fortbildung für KuK, Schulung durch Multiplikatoren) einen großen Mehrwert.


Beleidigungen und Mobbing durch Lehrkräfte
Um die 17 % der SuS fühlen sich durch Lehrkräfte beleidigt und gemobbt.
Appell an das Kollegium: Sprachsensibilität muss mehr beachtet werden, die Rollen von Sender und Empfänger sind zu bedenken, denn professionelles Verhalten durch die Lehrkräfte ist zwingend erforderlich. Ebenso sollte systematisches SuS-Feedback (siehe oben) hier einen Beitrag leisten.


Beleidigungen, Mobbing und Bedrohungen unter SuS
Dieses Problem ist weit verbreitet, ca. 44 % der SuS sind betroffen.
Appell an das Kollegium: Weiter und verstärkt sind die Klassenlehrerstunden zu nutzen (Prophylaxe, Intervention). Darüber hinaus empfehlen wir bereits etablierte Programme zur Sensi-bilisierung von sozialem Verhalten auszubauen und ebenfalls die Eltern zu sensibilisieren und zur erzieherischen Mitarbeit zu gewinnen.


Leitbild des FAG
Rund 37% der befragten Schüler:innen geben an, nicht zu wissen, dass das FAG ein eigenes Leitbild hat. Von den Schüler:innen, denen die Existenz des Leitbildes bekannt ist, geben 42% an, dass ihnen die Inhalte des Leitbildes wiederum unbekannt sind. Ein Fünftel der Schüler:innen gibt an, dass keine adäquate Umsetzung des Leitbildes im Schulalltag erfolgt.
Appell an das Kollegium: Das Leitbild und seine Inhalte benötigen eine Präsenzsteigerung im Bewusstsein der Schulgemeinschaft, da es in seinen Inhalten Schlüsselcharakter für ein positives und wertschätzendes Miteinander innerhalb der Schulgemeinschaft und auch darüber hin-aus besitzt. Alle Personengruppen der Schulgemeinschaft sollen sich hiervon angesprochen fühlen. Besondere Verantwortung kommt auch allen Lehrkräften zu, da sie den Schüler:innen gegenüber eine Vorbildrolle innehaben. Erste Anhaltspunkte zur Erreichung der hier genannten Ziele stellt die wiederholte integrative Arbeit mit den Aspekten des Leitbildes in Klassenleitungsstunden und wo möglich auch im Fachunterricht dar. Darüber hinaus empfehlen sich Aktionstage zu exemplarischen Inhalten des Leitbildes wie zum Beispiel ein „Monat des Respekts“.

Kontaktaufnahme zwischen Eltern und Lehrkräften
Lehrkräfte und Erziehungsberechtigte stimmen in der Frage nach den gewünschten Informationskanälen zur Kontaktaufnahme überein. Beide Seiten bevorzugen eindeutig den Kontakt über E-Mail. Die Kontaktaufnahme zu Eltern über das Telefon wird von den Lehrkräften ebenfalls positiv bewertet. Die Funktion „Mitteilungen“ über WebUntis sind sowohl von Lehrkräften als auch Erziehungsberechtigten akzeptiert, wenn auch tendenziell weniger häufig genutzt.

Informationsfluss zwischen Eltern und Lehrkräften
Jeweils knapp ein Drittel der Lehrkräfte (31%) und Erziehungsberechtigten (27%) beklagen einen mangelhaften Austausch über Probleme der Kinder oder die aktuelle Situation der Schüler:innen. Hier empfehlen wir eine Sensibilisierung der Erziehungsberechtigten am ersten Klassenpflegschaftsabend zur Weitergabe relevanter Informationen über die häusliche Situation bzw. persönliche Situation des Kindes an die Klassenleitungen. Den Klassenleitungen kommt an dieser Stelle die Verantwortung zu, relevante Informationen auch an die Fachlehrkräfte verlässlich weiterzugeben und auch entsprechende Vermerke im Übergabeprotokoll der Klasse am Schuljahresende zu vorzunehmen. Ebenfalls von Relevanz ist es, dass der Informationsfluss zwischen Fach- und Klassenlehrkräfte bezüglich Verhalten, Leistungsstand, etc. zuverlässig funktioniert.

6. Präsentation

Im Juni stellte das Evaluationsteam die Ergebnisse der Befragung allen Kollegen in einer GLK vor. Im Foyer wurden die Ergebnisse an einer Informationstafel ausgestellt.
Außerdem wurde dieser Bericht auf der Homepage des FAG veröffentlicht.