Welche sozialen Kompetenzen brauchen Kinder?
- Von Gehirnwecker, Daumenspiel und Stärken-Sonne
Am Dienstag, dem 20. Januar 2026 lud das Vaihinger Kooperationsmodell, zu dem sich die Vaihinger Schulen zusammengeschlossen haben, für eine weiteren Vortrag aus der beliebten Reihe für Eltern in die Peterskirche ein. Frau Kerstin Pickert (Schlossbergschule) und Frau Heike Dausend (Friedrich-Abel-Gymnasium) begrüßten ihre Gäste, Frau Beate Schäfer und Frau Michaela Röver vom ZSL (Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung). Die große Frage, um die sich dieses Mal alles drehte, war die nach den sozialen Kompetenzen der Kinder und insbesondere Frau Schäfer – selbst seit vielen Jahren Lehrkraft – gab auf diese Frage lebendige und vielseitige Antworten. Nach einem kurzen philosophischen Exkurs, bei dem unter anderem Seneca, Rudolf Steiner und Jack Ma zu Wort kamen, verdeutlichte Beate Schäfer die Ausgangsfrage: Welche personalen und sozialen Stärken brauchen Kinder, um gut lernen zu können? Die Leitperspektive des Ganzen sei, den Kindern über den Unterricht Lebenskompetenzen beizubringen und Frau Schäfer führte aus, dass es gelte, Motivation vom Ziel her zu denken. Man könne das nun mit Kants Worten („Ich kann, weil ich will, was ich muss“) ausdrücken, oder einfach damit, dass Kinder motiviert werden können, wenn es für sie attraktive Ziele gebe. Gut vergleichbar sei das mit dem Sport, denn Sportler müssten sich zu Höchstleistungen motivieren und schafften das auch, wenn sie klare Ziele vor Augen hätten.
Frau Michaela Röver führte im Anschluss die sogenannten „Exekutiven Funktionen“ nach Frau Dr. Sabine Kubesch an: Arbeitsgedächtnis, Inhibition (Fähigkeit der Selbstkontrolle) und kognitive Flexibilität als Basis für Selbstregulation. Und dass das alles andere als einfach ist, bewies das Spiel „Gehirnwecker“, das Frau Röver mit den Anwesenden spielte. Die Botschaft war klar: Spiele – egal welcher Art – fördern die exekutiven Funktionen, die im Übrigen bis zum Erwachsenenalter ausgebildet würden, man nimmt in manchen Untersuchungen sogar das 35. Lebensjahr an. Diese exekutiven Fähigkeiten fördern die Selbstregulation und helfen Kindern dabei, Konflikte zu lösen, sich in andere hineinzuversetzen, Handlungsalternativen abzuwägen, Emotionen zu kontrollieren und Kontakte zu knüpfen beziehungsweise zu halten.
Aber Selbstregulation hilft laut der Vortragenden auch dabei, Selbstwirksamkeit zu erleben und Selbstbewusstsein zu stärken.
Frau Beate Schäfer hob noch einmal hervor, wie wichtig es sei, als Eltern den Kindern Selbstsicherheit und Selbstvertrauen als Grundkompetenz zu vermitteln, denn dadurch wären Kinder offener in Bezug auf andere und Neues. Sie hätten in der Folge eine besseres Sozialverhalten, leisteten mehr sinnvolle Beiträge in sozialen Kontexten und würden eigene Entscheidungen treffen. Sie würden stärker in der Schule partizipieren und bessere Schulleistungen haben. Die zentrale Botschaft sei: Bitte die Kinder nicht entmutigen, sondern stärken. Zuletzt verwies Schäfer auf die vielzitierte Resilienz und hob dabei einen wichtigen Faktor dieser hervor: Die Emotionensteuerung, bei der Kinder sich im Idealfall mit sogenannten „Aufbauern“ selbst nach oben bringen. Frau Schäfer setzte hier zur Illustration das „Daumenspiel“ ein.
Abschließend lautete die wichtigste Botschaft am Ende: Beziehungen stärken, die Kinder nicht an ihren Schwächen zu messen sondern ihre Stärken zu stärken. Verantwortung abzugeben, damit die Kinder sie annehmen und daran wachsen können. Die „Stärken-Sonne“ strahlen zu lassen und dem Nachwuchs zuhören. Das wäre für den Anfang schon ein gutes Ziel.







