Eine Tradition wird zum Erlebnis

Die zweite Auflage des Ehemaligentreffens am Friedrich-Abel-Gymnasium wurde am Pfingstsamstag zu einem Gemeinschaftserlebnis der besonderen Art. Rund 400 Gäste aus nah und fern kamen der Einladung des Fördervereins der Schule nach und besuchten den Ausbildungsort vergangener Jahre. Ehemalige Vaihinger Schüler spazierten bei bestem Wetter zum Alten Postweg, andere reisten mit dem Auto an, etwa ein Ehepaar aus Ulm, den Rekord stellte eine ehemalige Schülerin auf, die eigens aus der Bundeshauptstadt Berlin zum Ehemaligentreffen einflog und am selben Tag wieder zurückreiste: „Ich kann nicht einmal zum Maientag bleiben, aber meine alten Schulkameraden möchte ich unbedingt sehen“. In seinen Willkommensworten erinnerte Schulleiter Hans-Joachim Sinnl an das erste Ehemaligentreffen im Jubiläumsjahr 2013 und das damals gegebene Versprechen, die Veranstaltung des aus der Lateinschule hervorgegangenen Vaihinger Traditionsgymnasiums alle fünf Jahre zu wiederholen. Treffen auf dem SchulhofTreffen auf dem Schulhof
Die Altersstruktur der Ehemaligen erwies sich als äußerst heterogen. Viele der Anwesenden besuchten das FAG, als es noch Progymnasium war und die Schüler nach der 10. Klasse nach Ludwigsburg oder Mühlacker wechseln mussten, um die Abiturprüfung ablegen zu können. Ihr damaliger Schulleiter hieß Richard Heer, der 1970 das FAG zur „Vollanstalt“ machte, das heißt, eine eigene Oberstufe einrichtete. Auch von Walter Blehers Zeiten wurde viel gesprochen, der die Schule von 1971 bis 1981 leitete. Der älteste Schüler dürfte wohl Siegfried Wieland aus Vaihingen gewesen sein, die jüngsten Schüler legten letztes Jahr ihre Abiturprüfung ab.
Nicht nur ehemalige Schüler versammelten sich auf dem Schulhof, auch viele ehemalige Lehrer waren der Einladung des Fördervereins gefolgt, angeführt von Volker Zimmermann, dem langjährigen Schulleiter des Friedrich-Abel-Gymnasiums. Der älteste anwesende Lehrer war wohl Wolfgang Schüle, Abteilungsleiter, Kunstlehrer und Kontrabasist, aber auch die ehemaligen Abteilungsleiter Heidi Haible und Martin Böhringer plauderten mit ihren ehemaligen Schülern und Kollegen und ließen alte Zeiten wiederaufleben. „Gehörten die Aufenthaltsräume nicht einmal zum Pausenbereich?“, „der Schulhof sieht ja jetzt richtig toll aus, schade, dass wir ihn so nicht erleben konnten“, „ein Wasserspender, was es nicht alles gibt“, „ja, so wars!“ oder „weißt du noch?“ hörte man immer wieder, verbunden mit einem Lachen und viel Interesse für das heutige FAG. Diesem kamen Schulleiter Hans-Joachim Sinnl und sein Vorgänger Volker Zimmermann in einer Schulführung nach. SchulführungSchulführung Besonders den älteren Jahrgängen wurde deutlich, wie stark sich die Schule inhaltlich und technisch veränderte. Ein Klassenzimmer ohne Tageslichtprojektor konnten sich viele nicht vorstellen und wussten mit dem Begriff Visualizer wenig anzufangen. Fächer wie IMP oder NwT-1 wurden von den beiden Schulleitern gerne erläutert. Beeindruckt waren die Ehemaligen auch von der FAG-Big Band und ihrem Leiter Markus Sauter, der mit seinen Schülern einen musikalischen Querschnitt der Band-Arbeit vorstellte und damit zum stimmungsvollen Gesamtbild auf dem Pausenhof wirkungsvoll beitrug. Einen weiteren Höhepunkt bildeten die Klassenfotos, die Sabine Seiter, Vorstandsmitglied des Fördervereins, im mittleren Pausenhof schoss und die den Schülern digital als Erinnerungsfoto zugemailt wurden.
Heike Bärenwald, Vorsitzende des Fördervereins, und Renate Verschaeve, Hauptorganisatorin des Ehemaligentreffens, waren mit ihren Unterstützerinnen aus dem Vorstand sehr zufrieden und lobten sowohl die vielen Kuchenspender als auch die Eltern- und Schülerhelfer, ohne die das Treffen nicht durchführbar gewesen wäre. Die Jahrgangstufe I des Friedrich-Abel-Gymnasiums ließ es sich nicht nehmen, mit dem Verkauf von Würstchen, Waffeln und Cocktails ihre Abiturientenkasse etwas aufzubessern. Kurz vor dem Ende ihrer Schulzeit freuen sich die künftigen Abiturienten schon einmal auf das bald eintretende Gefühl, Ehemaliger vom FAG zu sein und damit mit derselben Freude wie die Gäste des Ehemaligentreffens auf die eigene Schulzeit zurückblicken zu können.