Selbstevaluation 2015/16

1. Thema

Im Schuljahr 2015/16 sollte im Rahmen der Selbstevaluation das Thema „Verhältnis/Umgang Lehrer-Schüler-städtische Bedienstete“ evaluiert werden. Aufgrund der zu erwartenden großen Datenmenge wurde das ursprüngliche Thema auf „Verhältnis/Umgang Lehrer-Schüler“ reduziert. Dieses Thema entstand aus der Erkenntnis, dass dieser Aspekt eine zentrale Rolle für die positive Gestaltung einer förderlichen Lernumgebung spielt. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Kriterien Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und Wertschätzung. Ein zentrales Anliegen des Evaluationsteams ist dabei die Differenzierung zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung.

2. Teilnehmer des Evaluationsteams

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Lehrer Eltern Schüler
Frau Ernst   Frau Fiedler Julien Gergen
Frau Roth   Frau Kersch Jan Riedel
Frau Scharsich   Frau Mendgen Lena Schach
Herr Vogt   Frau Schäberle Bianca Schüle
Alina Sloboda  
Vivien Staib  

3. Termine


Durchführung der Lehrerbefragung (GLK)
27.10.15 1. Sitzung des Evaluationsteams: Information zu Evaluation allgemein, zum Evaluationskreislauf und zum Orientierungsrahmen zur Schulqualität Erarbeitung möglicher Evaluationsthemen
10.11.15 GLK–Beschluss: Thema „Verhältnis/Umgang Lehrer-Schüler-städtische Bedienstete“
08.12.15 2. Sitzung des Evaluationsteams Diskussion zum Evaluationsinstrument und zum Kreis der Befragten Erarbeitung der Fragebögen, Vergabe von Arbeitsaufträgen zur Fertigstellung der Fragebögen
bis 25.01.16 Endfassung der Fragebögen werden von Et und Vo erstellt und per Email an die Mitglieder des EVA-Teams verschickt
02.02.16 3. Sitzung des Evaluationsteams Diskussion und Fertigstellung der Fragebögen
bis 15.02.16 Überarbeitung und Fertigstellung der Fragebögen von Et und Vo
22.02. – 04.03. 16 Durchführung der Schülerbefragung durch Klassenlehrer bzw. Kurslehrer D
15.03.16 4. Sitzung des Evaluationsteams Auswertung der Schülerfragebögen Arbeitsauftrag: Zusammenfassung der Ergebnisse
05.04.16
18.04.16 Auswertung der Lehrerfragebögen
19.04.16 5. Sitzung des Evaluationsteams Diskussion über die Ergebnisse der Fragebögen Feststellung von potentiellem Handlungsbedarf und möglichen Maßnahmen
bis 14.06.16 6. Sitzung des Evaluationsteams Vorstellung/Fertigstellung des Evaluationsberichts Diskussion über Präsentation der Ergebnisse Erstellung der Präsentation
28.06.16 GLK–Beschluss über Maßnahmen
29.06.16 Ausstellung der Ergebnisse vor dem Lehrerzimmer
15.07.16 Einstellung der Evaluationsergebnisse in die Homepage der Schule

4. Durchführung

Das Thema Umgang miteinander betrifft die gesamte Schulgemeinschaft. Um einen repräsentativen Überblick zu erhalten, wurde die Befragung in den Jahrgangsstufen 6, 8, 10 und 11 durchgeführt. Das gesamte Kollegium und alle Schüler der genannten Jahrgangsstufe hatten die Möglichkeit, sich in einem Fragebogen zu dem gewählten Evaluationsthema zu äußern. Die Erhebung der Daten fand im Februar/März 2016 statt. Die jeweiligen Klassenlehrer teilten den Fragebogen an die Schüler ihrer Klasse aus, die Kollegen bearbeiteten im Rahmen einer GLK den Fragebogen. Die Fragebögen sind so konzipiert, dass ein direkter Vergleich zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung sowohl von Lehren als auch von Schülern möglich ist.

5. Auswertung

Insgesamt wurden 413 Schüler- und 62 Lehrerfragebögen an die Selbstevaluationsgruppe zurückgeleitet, von deren Mitgliedern ausgezählt und ausgewertet. Die Auswertung der Schülerfragebögen erfolgte während einer Sitzung der Selbstevaluationsgruppe, die Auswertung der Lehrerfragebögen nach der GLK. Zuerst wurden allgemeine Auffälligkeiten besprochen und anschließend nach Besonderheiten innerhalb der Schüler- bzw. Lehrergruppe gesucht.

Zum einen stand im Fokus der Auswertung ein Vergleich zwischen der Selbsteinschätzung der Schüler und der Fremdwahrnehmung durch die Lehrer.

  1. Höflichkeit
    1. Der tägliche Umgang miteinander erfolgt in der Regel höflich sowohl die Selbst- als auch die Fremdeinschätzung schüler- und lehrerseits sind hier deckungsgleich.
      Im Unterricht unterhalten sich gut 1/3 der Schüler, obwohl der Lehrer in diesem Moment spricht. Dieser Sachverhalt wird von Schülern und Lehrern gleichermaßen erkannt und vom Evaluationsteam als zentrales Entwicklungsfeld betrachtet.
    2. Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:
       Klare Ansagen der Lehrer
       Zeitliche Vorgaben durch L für die Bearbeitung der Aufgaben
       Disziplin immer wieder einfordern
       Ich-Botschaften
       Ursachenforschung, z.B. Gespräch mit Schülern suchen
       Themenfeld für Individualfeedback
       Schulsozialarbeiterin einbeziehen
       Raum der Stille einrichten

    3. 1/3 der Lehrerschaft bemängelt die fehlende Bereitschaft der Schüler die Türen aufzuhalten.
      Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:
       Leitbildarbeit, Sensibilisierung der Schüler in Klassenlehrerstunden  „Benimm-Training“
  2. Hilfsbereitschaft

  3. Es zeigt sich eine große Diskrepanz zwischen der Selbsteinschätzung der Schüler und der Fremdeinschätzung durch die Lehrer bei Aufstuhlen/Tafeldienst. Während 3/4 der Lehrer beim unaufgeforderten Aufstuhlen und Tafeldienst keine Selbstständigkeit der Schüler erkennen können, ist die Einschätzung der Schüler genau umgekehrt: 76% der Schüler geben an als eingeteilter Tafeldienst die Tafel unaufgefordert zu wischen und auch aufzustuhlen. Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:
     Regelmäßige Erinnerung durch Fach- und Klassenlehrer
     Rechtzeitige Eintragung ins Tagebuch
     Namen im Klassenzimmer aushängen
     Erinnerung an Tafelordner zu Beginn der Stunde

  4. Wertschätzung
  5. In diesem Bereich lassen sich folgende Übereinstimmungen feststellen: Die Lehrer attestieren den Schülern, dass nahezu alle pünktlich zum Unterricht erscheinen (95%) und der größte Teil seine Kritik freundlich und überlegt vorträgt (85%), allerdings warten nur 36% mit dem „Einpacken“ bis zum Stundenende. Die Schüler schätzen sich diesbezüglich in ähnlicher Weise ein. Folgende Widersprüchlichkeiten fallen auf:
    Während 1/3 der Lehrer angibt, dass Schüler nicht pfleglich mit Arbeitsmaterialien umgehen bzw. Arbeitsaufträge ohne Verzögerung erledigen, schätzen sich die Schüler grundlegend anders ein: Nur 4% geben an nicht pfleglich mit den Arbeitsmaterialien umzugehen und lediglich 8% sind der Meinung Arbeitsaufträge verzögert anzugehen.

    Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:
     Korrekte Verhaltensweise ab Klasse 5 einüben
     Stärkere Kontrolle /Präsenz des Lehrers

Der zweite Fokus lag auf der Selbsteinschätzung der Lehrer im Vergleich zur Fremdwahrnehmung der Schüler. Hier fallen gravierende Abweichungen zwischen der Schüler- und Lehrereinschätzung auf.

  1. Höflichkeit
  2. Insbesondere das pünktliche Ende des Unterrichts wird von Lehrern und Schülern extrem unterschiedlich gesehen: 98% der Lehrerschaft sind überzeugt davon den Unterricht pünktlich zu beenden, allerdings teilen 36% der Schülerschaft diese Ansicht nicht.
    Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:

     Jede Uhr zeigt die gleiche Zeit
     Uhren/Gong aufeinander abstimmen
     Zeitwächter bestimmen
     Schild: „Bitte den Unterricht pünktlich beenden“ auf Lehrertisch kleben

  3. Hilfsbereitschaft
  4. Im Hinblick auf die Vorbereitung von Klassenarbeiten und GFS zeigt sich, dass 94% der Lehrer aussagen, den Schülern ausreichende Hilfestellungen anzubieten. Gleichzeitig verneinen dies 20% der Schüler bei fachlichen Problemen vor Klassenarbeiten und 24% der Schüler bei GFS-Vorbereitungen.

    Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:
     Offensiver Hilfe anbieten
     Rechtzeitig Termine vereinbaren und schriftlich fixieren
     GFS-Vorstellung: Kriterien erläutern und schriftlich an S geben
     GFS-Liste (Klassenbuch) um den Punkt „Thema“ erweitern
     Hinweis auf LAT/Fit fürs Abi
     Jeder L sollte ein Exemplar „Fit fürs Abi“ besitzen
     LAT 10 nach Klassenstufe 9 vorziehen

  5. Wertschätzung
    1. Der Aspekt Transparenz in Zusammenhang mit der schriftlichen und mündlichen Notengebung wird von Lehrer und Schülern sehr unterschiedlich eingeschätzt. 95% der Lehrer präsentieren den Erwartungshorizont von Klassenarbeiten und erläutern ihre Kriterien für die mündliche Notengebung. Schülerseits wird dies anders wahrgenommen: 1/5 vermissen den Erwartungshorizont und 1/4 fühlt sich über die Kriterien der mündlichen Leistung nicht ausreichend informiert.
    2. Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:
       Schriftliche/mündliche Notengebung transparenter machen
       Bei Kritik an der KA-Note von S eine schriftlich Rückmeldung einfordern

    3. Nahezu die Hälfte der Schülerschaft bemängelt, dass Lehrer kein Verständnis für begründete Versäumnisse (z.B. nicht erledigte Hausaufgaben, KA versäumt…) haben. Die Lehrer sind gemäß ihrer Selbsteinschätzung vom Gegenteil überzeugt: 91% geben an, vollstes Verständnis für begründete Versäumnisse zu haben.
    4. Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:
       Kriterienkatalog: „Was sind begründetet Versäumnisse?“ ausarbeiten
       S machen Versäumnis konkret, z.B.: Erläutern, was an den HA nicht verstanden wurde.

    5. 82% der Lehrer sind der Meinung die Klassenarbeiten zeitnah zurück zu geben, ein gutes Drittel der Schüler kann dies nicht bestätigen.
    6. Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:
       Kommunikation, falls es bis zur Rückgabe länger dauert

6. Präsentation

Anfang Juli stellt das Evaluationsteam die Ergebnisse der Befragung allen Kollegen in einer GLK vor. Im Foyer werden die Ergebnisse an einer Informationstafel ausgestellt. Außerdem wird der Bericht auf der Homepage des FAG veröffentlicht.

7. Handlungsbedarf

Auf Grundlage der Ergebnisse schlägt die Selbstevaluationsgruppe den Schulgremien folgende Maßnahmen vor:

• Gegenseitiges Verständnis durch Transparenz o Umsetzungsvorschläge: Lehrer erklären, warum sie ihre Klassenarbeiten nicht zeitnah zurückgeben können, Schüler begründen ihre Kritik z.B. an der Notengebung, Disziplin einfordern

• Leitbildarbeit o Umsetzungsvorschläge: Inhalte des Leitbildes immer wieder in den Klassenlehrerstunden aufnehmen, Erinnerung an Tafel- und Ordnungsdienste, auf Umgang mit Arbeitsmaterialien achten, „Benimm-Training“ in Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeit

• Technische/organisatorische Voraussetzungen schaffen o Umsetzungsvorschläge: Uhren auf den Gong abstimmen