Blau – Musik und Farbe

Zwei Abende FAG-Sommerkonzert in der Peterskirche

Chor des FAGChor des FAGModeratorinnenModeratorinnenVaihingen (my) Sie bedeutet uns viel, die Farbe unseres Blauen Planeten. Wir assoziieren damit das Wasser ebenso wie den Himmel. Und wenn wir von einer „Fahrt ins Blaue“ sprechen, sind wir offen für Überraschungen und lassen uns von unseren spontanen Einfällen leiten.

Diese Offenheit und Neugier hatten auch die Besucher mitgebracht, die der Einladung des Friedrich-Abel-Gymnasiums zu seinem alljährlichen Sommerkonzert in die Peterskirche gefolgt waren. Viele von ihnen hatten sich sogar zusätzlich vom vorgeschlagenen Dresscode inspirieren lassen, bei dem zumindest ein blaues Accessoire vorgesehen war.

Dank der Lichtinstallationen der Technik-AG, die – wie gewohnt – ganze Arbeit geleistet hatte, strahlte die Peterskirche von Beginn an in Blautönen, passend zum Kanon „Blau so blau“ von Meinhard Ansohn, mit dem der FAG Mittel- und Oberstufenchor unter der Leitung von Miriam Sauter den Konzertabend mit einer berührenden Melodie eröffnete.

Nicht immer war bereits im Titel der Bezug zum Thema des Konzerts so deutlich erkennbar wie hier. Insbesondere dann waren die Hinweise hilfreich, die Lynn Schramm und Lea Siehler (beide J I) in ihrer begleitenden Moderation anboten. So wiesen sie etwa darauf hin, dass in „Es fiel ein Reif“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy von der „blauen Blume der Romantik“ gesungen werde, dem Synonym für die Suche nach dem Glück.

„Blue Moon“ von Richard Emerson hatte sich der Chor als nächstes ausgesucht, gefolgt von „A Million Dreams“ aus dem preisgekrönten Film „The Greatest Showman“. Zwei Stücke, die die sehnsüchtige, ja träumerische Komponente der Farbe zur Geltung brachten.

Nach „How Far I’ll Go“ aus dem Animationsfilm “Moana”, der überwiegend im Wasser spielt, erreichte der Chor seinen emotionalen Höhepunkt mit „We are the World 25 for Haiti“ von Michael Jackson und Lionel Richie. Ein Stück, das angesichts der Erdbebenkatastrophe vom Januar 2010 dazu aufrief, den Bewohnern der Karibikinsel zu helfen im Bewusstsein, dass wir Menschen auf unserem Blauen Planeten zusammengehören.

Zusammengehörigkeit spiegelte sich auch wider im Zusammenspiel der Akteure: Immer wieder traten einzelne Sängerinnen und Sänger aus dem Chor ans Mikrophon, während die Rhythmusgruppe um Markus Sauter am Piano, Philipp und Daniel Müller an E-Gitarre und E-Bass sowie Björn Ennemoser an den Percussions (alle drei J2) die Stücke des Chors perfekt unterstützte.

OrchesterOrchesterBigbandBigbandMit einem Griff „ins Blaue“ setzte das Mittel- und Oberstufenorchester den musikalischen Reigen fort. Zwar habe Irving Berlins „Blue Skies“ dabei Pate gestanden, ließen die Moderatorinnen wissen. Aber das Orchester sei zunächst einfach der Aufforderung seines Dirigenten Benjamin Albrecht gefolgt, doch einfach mal Töne zu spielen, „die blau klingen“! Das Ergebnis konnte sich hören lassen!

Bei dem sich anschließenden „Allegro Alla Hornpipe“ aus der Suite No. 2 der „Wassermusik“ von G.F. Händel entführte das Orchester die Zuhörer aufs nasse Element und setzte die Fahrt mit „Pirates of the Caribbean“ fort.

Das Filmprojekt „Blau“, das von der Klasse 7a und den jeweiligen Kunst- bzw. Musiklehrern Monika Mann und Markus Sauter angeregt worden war, zeigte einen ganz neuen Zugang zu Film und Musik: Während animierte Bilder eine Geschichte erzählten, nutzten die Siebtklässler ihre Tablets als Musikinstrumente, um live dazu Töne zu erzeugen und das Filmmaterial dadurch zu kommentieren. - Stummfilm mit neuen Medien? Staunende Zuschauer folgten amüsiert dieser Darbietung!

Danach hatten die 25 Musiker der Big Band ihren Auftritt! Gewohnt leidenschaftlich und schwungvoll spannten sie den Bogen in blauer Farbe, manchmal mit „blauen Tönen“, also der für den Jazz und Blues so typischen „blue note“ wie in „Blue Bossa“ von Kenny Dorham, manchmal aber auch mit einem Augenzwinkern, wenn es darum ging, „blau zu sein“ , ob mit oder ohne Alkohol. Melodien von Freddy Mercury (Crazy little Thing called Love), Miles Davis (So what) oder Michael Bublé (Everything) bildeten ein Feuerwerk mitreißender Rhythmen. Dazu setzte Judith Scharpf mit zwei Solostücken noch einmal eigene Akzente, so etwa mit „From a Distance“ von Julie Gold.

„Hei, wie geht’s?“ – „Oye como va“? fragte die Band zum Abschluss musikalisch mit dem durch Carlos Santana berühmt gewordenen Stück von Tito Puente. Eine rhetorischen Frage, denn außer dem Leiter der Band, Markus Sauter, dem eine Erkältung die Stimme geraubt hatte, waren wohl alle Besucher äußerst hochgestimmt. „Wenn ich gewusst hätte, wie schön das ist“, sagte eine begeisterte Besucherin am Mittwochabend, „wäre ich gestern auch schon gekommen!“ BigbandBigband

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