Glücksgefühle bei Bach

Glücksgefühle bei Bach

WeihnachtsoratoriumWeihnachtsoratoriumVaihingen (my) „Mein Herz ist voll“, stellte Schulleiter Hans-Joachim Sinnl zu Beginn des Weihnachtskonzerts fest, zu dem das Friedrich-Abel-Gymnasium in die Stadtkirche eingeladen hatte. Eine Aussage, die am Ende der eineinhalbstündigen Aufführung von J.S. Bachs „Weihnachtsoratorium“ in den Worten gipfelte: „Ich bin glücklich.“

Damit teilte der Schulleiter vom FAG seine Emotionen sowohl mit den meisten Besuchern, die nach diesem Abend äußerst hochgestimmt nach Hause gingen, als auch mit den Musikern, allen voran Miriam Sauter, der Leiterin des Projekts.

WeihnachtsoratoriumWeihnachtsoratorium Sie hatte bereits im Frühjahr 2017 mit der Cellistin Barbara Noeldeke die Planungen für dieses Schulprojekt begonnen. Das Ziel war hoch gesteckt, nicht nur durch die Wahl des Werkes, sondern auch durch die Vorgabe, dass möglichst viele Schüler daran beteiligt sein sollten, um dieses musikalische Kulturgut an Jüngere weiterzugeben.

Geprobt wurde dennoch erst ab dem Beginn des laufenden Schuljahres. Der Projektchor, der sich seit zehn Jahren immer wieder neu zusammenfindet, besteht aus Eltern, Lehrern, ehemaligen Schülern des FAG und Freunden der Schule. In diesem Jahr verstärkten diese 60 Personen den Schulchor mit seinen 25 Mitgliedern.

Der Chor der Klassenstufe 5 wurde zusätzlich integriert: Er sang - wie bereits zu Bachs Zeiten üblich - die Choräle auswendig von den Kirchenbänken aus mit und unterstrich so die ursprünglich damit verknüpfte Absicht, die Gemeinde möge das erzählte Geschehen von der Geburt des Erlösers reflektieren und innerlich in die Grundaussagen des christlichen Glaubens einstimmen.

Der Chor der sechsten Klassen unterstützte diese Aufgabe. Er trat von einem kleinen Seitenpodest aus in Erscheinung und hatte zusätzlich seinen großen Auftritt im Dialog mit dem Solobass, souverän vorgetragen von Siegfried Laukner. An seiner Seite agierten Rüdiger Linn (Tenor), Elvira Lessle (Sopran) und Hanna Roos (Alt), die vom ersten ihrer samtenen Töne an die Herzen der Zuhörer berührte. Vervollständigt wurde das Quartett der Profis von Judith Scharpf (J I), die mit ihrem hellen Sopran strahlend das „Fürchtet euch nicht“ des Engels erklingen ließ.

WeihnachtsoratoriumWeihnachtsoratorium Damit ist exemplarisch beschrieben, wie in diesem Projekt die Zusammenarbeit funktionierte und „wie Schule miteinander funktionieren muss“ – so der Schulleiter. Denn in allen Belangen lernten die Schüler und Musikbegeisterten vom FAG an der Seite der Profis. So wurden auch die Schüler im Orchester durch Profimusiker unterstützt, sodass am Ende ein „Side by side-Orchester“ zustande kam. Die Schüler hatten zudem in den Herbstferien an einem Workshop unter der Leitung von Benedetta Costantini und Barbara Noeldeke teilgenommen, um fit zu werden für diese großartige Musik.

Am Ende folgten 180 Ausführende an diesem Konzertabend ihrer Projektleiterin Miriam Sauter, die über Monate hinweg enorm viel Energie und Zeit investiert hatte. Deshalb richtete sich der Dank des Schulleiters nicht nur an die evangelische Kirchengemeinde, an die Solisten und an Thomas Fritz an der Orgel für seine finanzielle Unterstützung. Sein besonderer Dank galt der engagierten Musikpädagogin, die es während der intensiven Probenzeit immer geschafft habe, mit Gelassenheit den Spaß beim Üben hochzuhalten und jedem den Eindruck zu vermitteln, selbst ein Profi zu sein.

WeihnachtsoratoriumWeihnachtsoratorium Da wollte man nun wirklich nicht zustimmen, wenn der Chor zum Schluss – gemäß der Textvorlage - aufforderte, das „Lallen“ zu erhören und sich „die matten Gesänge gefallen“ zu lassen: Das Ergebnis dieser Projektarbeit war überwältigend! WeihnachtsoratoriumWeihnachtsoratorium WeihnachtsoratoriumWeihnachtsoratorium