Eine gute Tradition am FAG: Austausch mit Polen

Vaihingen (my) „Unterrichten Sie jetzt auch Polnisch?“, wird die Französisch- und Deutschlehrerin vom Friedrich-Abel-Gymnasium gefragt, als sie mit einer Gruppe von Schülern im Rathaus zum Empfang erscheint, den OB Gerd Maisch traditionell jugendlichen Gästen aus dem Ausland gewährt.

Deutsch-polnische Gruppe mit ihren Begleitlehrern und OB Gerd Maisch vor dem RathausDeutsch-polnische Gruppe mit ihren Begleitlehrern und OB Gerd Maisch vor dem Rathaus „Nein, leider nicht“, gibt Ruth Jochemko schmunzelnd zur Antwort. Sie begleitet in diesem Jahr mit ihrem Kollegen Alexander Flaig den Austausch mit der polnischen Stadt Lodz, der bereits auf eine vierzehnjährige Tradition zurückblicken kann. Bei diesen Besuchen kommt es weniger auf den Spracherwerb an als auf die Begegnung zwischen Nachbarn. Wenn dabei auch ein paar Wörter Polnisch gelernt werden – umso besser. Im Vordergrund steht jedoch das Kennenlernen eines Landes und seiner Menschen.

Auf deutscher Seite konnten die ersten Eindrücke von Polen bereits beim Aufenthalt im Oktober dieses Jahres gesammelt werden, als 17 Zehntklässler die weite Reise über Krakau nach Lodz angetreten hatten und mit sehr vielen überraschenden Eindrücken zurückgekehrt waren. Sie schwärmen heute nicht nur von der guten Gemeinschaft innerhalb der deutsch-polnischen Gruppe, sondern auch von der Schönheit der Städte Breslau und Warschau, vom neuen Planetarium in Lodz und dem dortigen Einkaufszentrum, das sich in einem ehemaligen Fabrikgelände befindet und in seiner Vielseitigkeit kaum Wünsche offen lässt. Etliche Spezialitätenrestaurants sind darin ebenso untergebracht wie Sportstätten oder Warenhäuser.

Umso mehr liegt den jugendlichen Gastgebern viel daran, den Gästen aus Polen die Sehenswürdigkeiten hierzulande näherzubringen. Was den langjährigen Begleitlehrerinnen Viola Kruk und Gosia Cieslik längst zur zweiten Heimat geworden ist, werden ihre Schützlinge vom IX. Lyceum in Lodz im Lauf der Woche nun auch selbst erleben. Zwischen dem Bonbon- und Mercedes-Museum, zwischen dem badischen Karlsruhe und der schwäbischen Landeshauptstadt Stuttgart sollen sie selbst erfahren, wie die Menschen ihren Alltag in Deutschland gestalten. Wenn sich dann aus dem polnischen „Do widzenia!“ (Auf Wiedersehen) ein „Tschüss, bis bald!“ ergibt – umso besser!