FAG-Schüler mahnt zum Frieden

Der Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hielt zu seinem hundertsten Jubiläumstag eine
zentrale Gedenkfeier im Stuttgarter Schloss ab, zu dem namhafte Vertreter aus Politik und
Gesellschaft eingeladen waren.
Unter der Schirmherrschaft Winfried Kretschmanns führte Guido Wolf in die Gedenkfeier ein. Die
Gedenkrede hielt Muhterem Aras, Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg.
Wolf hob die Bedeutung Europas als Friedensgemeinschaft hervor, Aras appellierte, auch Menschen mit
Migrationshintergrund im Sinne eines friedlichen Miteinanders sensibel für diesen Tag zu machen.
Besonders aufregend war die Veranstaltung für die Schüler des Neigungskurses Geschichte vom
Friedrich-Abel-Gymnasium. Karl-Heinz Schneider, neuer Ortsbeauftragter des Volksbundes für
Vaihingen erinnerte sich an die letztjährige Gedenkfeier zum Vaihinger Volkstrauertag, bei der
Schüler des Friedrich-Abel-Gymnasiums beteiligt waren. Er konnte Philipp Domke gewinnen, seine in
Vaihingen gehaltene Rede im Weißen Saal des Stuttgarter Schlosses noch einmal zu halten. Begleitet
wurde er von seinen Klassenkameraden und Benjamin Walf, der den Neigungskurs unterrichtet.
Philipp Domke verlas einen Feldpostbrief seines Großonkels Rudolf Müller vom April 1943, den die
Urgroßmutter des Vaihinger Gymnasiasten zusammen mit vielen anderen in einem Schuhkarton
sammelte. Ein von der Front an die Mutter geschicktes Bild mit einer Blumenvase und den Worten
„Der lieben Mutter zum Muttertag“ rahmte die Urgroßmutter des angehenden Abiturienten. Es hing
bis zu ihrem Tod in ihrem Wohnzimmer, heute hängt das Bild im Hause seines Großvaters.
Philipp Domke berichtete von einem glücklichen Heimaturlaub des an die Ostfront geschickten
jungen Mannes, aber auch von der russischen Gegenoffensive vom Januar 1945. Der letzte Brief des
Großonkels stammte vom 8.1.1945, danach folgten keine weiteren Briefe. Das Schicksal Rudolf
Müllers blieb bis heute ungewiss.
Philipp Domke verdeutlichte, dass in Deutschland und Europa zwar mehr als 70 Jahre
Frieden herrsche, dass aber insbesondere die jüngere Generation etwas aktiv dafür tun müsse, um
diesen Frieden zu erhalten.


Sandra Schütz und Niklas Ritter unterstützten Philipp Domke bei dessen Rede, indem sie den
anwesenden Gästen der Feierstunde ein großes Bild von seinem Großonkel zeigten.
Nach seiner Rede erhielt Philipp Domke von vielen Gästen Anerkennung und Lob, so von Guido Wolf,
Heinz Kälberer und Rainer Wieland, Vizepräsident des europäischen Parlaments.
Für ihn selbst war der Tag spannend und aufregend zugleich. Es war das erste Mal, dass er vor so
vielen Menschen sprach. Froh war er, dass alle seine Geschichtskursfreunde dabei waren. Die
Veranstaltung wurde vom SWR aufgezeichnet, einen Mitschnitt kann man in der Mediathek des SWR
anschauen. Man findet ihn unter dem Link:
https://swrmediathek.de/player.htm?show=164abb90-eb69-11e8-9a07-005056a12b4c

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