„Meine Heimat bleibt Schlesien.“

Neigungskurs Geschichte am Friedrich-Abel-Gymnasium im Zeitzeugengespräch mit Wolfgang Prahl.

Wolfgang Prahl mit dem Geschichte Neigungskurs J2Wolfgang Prahl mit dem Geschichte Neigungskurs J2 Gespräche mit Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs werden naturgemäß immer seltener. Die Schülerinnen und Schüler des Geschichtsneigungskurses JII hatten daher das große Glück, mit einem Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen.
Wolfgang Prahl, Jahrgang 1937, erlebte als Kind Flucht und Vertreibung seiner Familie aus dem schlesischen Schönheide. Für seinen jüngeren Bruder hatte er die Erlebnisse dieser Zeit vor ein paar Jahren aufgeschrieben und mithilfe dieser Aufzeichnungen schilderte Prahl den Schülerinnen und Schülern anschaulich die erschütternden Ereignisse: Die Flucht im Februar 1945 vor der Roten Armee bei Eis und Schnee, nur um ein paar Tage später nach Schönheide zurückzukehren, den Einmarsch der Roten Armee und die Ausweisung der Familie im Frühjahr 1946, zusammengepfercht in offenen Viehwagons.
Aber auch die gelungene Integration in Niedersachsen wurde von Wolfgang Prahl geschildert. Bei der Rückfrage einer Schülerin, ob er denn seit der Vertreibung noch einmal in seine Heimat Schlesien zurückgekehrt sei, stockt ihm auch nach vielen Jahren die Stimme. Die Gedanken an den ersten Besuch auf dem Friedhof und im Elternhaus in Schönheide lassen bei ihm bis heute die Emotionen aufwallen.
Und dennoch bleiben die Schülerinnen und Schüler trotz all der geschilderten Schrecken mit Positivem zurück. Wolfgang Prahl ist ein lebensfroher Mann, der sich mit der Vergangenheit ausgesöhnt hat und dessen Interesse weiterhin seiner nun polnischen Heimat Schlesien gilt. Über fünfzehn Mal hat Wolfgang Prahl seine „alte Heimat“ besucht, dies ist glücklicherweise in einem vereinigten Europa wieder möglich.