Kulturschock in Deutschland? - Schüleraustausch des FAG mit Amerika

Vaihingen (my) Sie heißen Emily, Maria-Paula, William oder Arian
und würden sich von anderen 17jährigen Schülern am Friedrich-Abel-Gymnasium nicht
wesentlich unterscheiden, wenn, ja wenn sie sich nicht auf den Fluren in amerikanischem
Englisch unterhielten und eigentlich in Virginia zu Hause wären!

Seit einer Woche befinden sich sieben Jugendliche mit ihrer Begleiterin Millie Schwenk
auf einem großen Abenteuer. Sie sind mit Unterstützung des „George C. Marshall
International Center“ der Einladung des FAG gefolgt und haben sich für den
Schüleraustausch beworben, der sie für zwei Wochen nach Vaihingen führt und damit in eine
ganz andere Welt.

Man mag es kaum glauben, aber für die jungen Amerikaner mutet es nach ihren eigenen
Angaben wie ein Kulturschock an, dass man in einem Land leben kann, wo – zumindest auf
den kleinen Dörfern – jeder jeden kennt, wo alle Leute freundlich zu sein scheinen und man
sogar die Freiheit hat, zur Schule zu laufen, ohne sich gefährdet zu fühlen.

Nach dem ersten Wochenende in den Familien, wo man miteinander beim public viewing
die WM-Spiele verfolgt hatte, war die Gruppe ganz angetan von den Erlebnissen:
„Deutschland ist so schön! Das wusste ich nicht! Die Gebäude, die Geschichte, die
Weinberge“, geraten sie ins Schwärmen und berichten begeistert vom Ausflug zur Burg
Hohenzollern oder nach Rottweil.

Weitere Unternehmungen der deutsch-amerikanischen Schülergruppe tragen der Liebe
der Amerikaner zu altehrwürdigen Gebäuden Rechnung: Maulbronn und Heidelberg, aber
auch Stuttgart stehen auf dem Programm.

Die zweite Aufenthaltswoche ist verschiedenen Praktika gewidmet, die den Jugendlichen
einen Einblick in den beruflichen Alltag in Deutschland vermitteln sollen. Dabei geht für Jack
und Arian ein Traum in Erfüllung: Sie werden ihr Praktikum bei Porsche absolvieren! Rishi
wird am Klinikum in Ludwigsburg Dienst tun, William darf an die Filmakademie gehen,
Amber wird im Restaurant Schiller in Bietigheim arbeiten und Maria-Paula und Emily
werden an der Gemeinschaftsschule in Sachsenheim tätig sein.


Zahlreiche und vielfältige Erlebnisse werden die jungen Leute im Gepäck haben, wenn
sie Ende Juni die Heimreise antreten. Sie werden zu Hause vom „sparkling water“ erzählen,
das sie genauso „amazing“ finden wie die Häuser in unseren Kleinstädten. Und sie werden
vom riesigen Angebot an Backwaren erzählen können, allen voran der Brezel. Wie man die
denn korrekt esse, wollten sie als Erstes wissen beim Empfang der Gruppe durch
Oberbürgermeister Gerd Maisch und Schulleiter Hans-Joachim Sinnl. „Take it – break it – eat
it“, war dessen unkomplizierte Antwort. „There are no rules for eating Brezeln!” Aber er
verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass es möglich sei, über den Kontakt der jungen
Menschen dies- und jenseits des Atlantiks diejenigen Regeln und Werte hochzuhalten, denen
wir uns gemeinsam verpflichtet fühlen.


SchüleraustauschSchüleraustausch SchüleraustauschSchüleraustausch