Digitalisierung als Geschäftsmodell

Thilo Koslowski besuchte in der Reihe „Gäste am Friedrich-Abel-Gymnasium“ das Vaihinger Traditions-Gymnasium und referierte über den Wandel durch Digitalisierung. Er studierte an der RWTH in Aachen, bevor er über das Marketing bei Audi 1997 für das IT-Technologiezentrum Gartner im Silicon Valley den Automobilbereich aufbaute.
Zwanzig Jahre arbeitete er in den USA, vernetzte sich dort und entwickelte seine Vision, die Informationstechnologie mit dem Auto zu verbinden, bevor er 2016 wieder nach Deutschland zurückkehrte, um bei der Porsche-Digital GmbH digitale Geschäftsmodelle von Grund auf zu entwickeln. Die gänzlich andere Arbeitsweise im amerikanischen Silicon Valley möchte Koslowski auf die neuen Standorte in Ludwigsburg und Berlin übertragen.
Freiheit im Denken, Entwickeln von Visionen und Strategien, Orientierung am Kunden, Entwicklung von Prototypen, mutige Entscheidungen, Marktversuche und Markterschließung nannte er beispielhalft als Wegmarken. Die Geschwindigkeit der digitalen Entwicklung verdeutlichte der Digitalisierungsexperte anschaulich mit Steve Jobs 2007 vorgetragener Vision, dass Apple mit einem Smartphone die Welt verändern würde. Koslowski führte aus, dass wir heute alle wüssten, wie richtig diese Einschätzung gewesen sei.
Er zeigte aber auch auf, dass von den damals auf dem Markt befindlichen Mitbewerbern heute keiner mehr auf dem Markt sei, der diese Entwicklung nicht mitgemacht habe.

FAGFAG Thilo Koslowski sieht in einer sich verändernden Welt keine Alternative zur Digitalisierung. Aspekte wie Urbanisierung, Umweltbedingungen, neue soziale Lebensformen werden für die Automobilindustrie zu neuen Herausforderungen. Ein Urknallmoment, ein Big Bang müsse genutzt werden, um die Automobilindustrie zum „Creator“ für neue Lebensweisen werden zu lassen. Koslowski hob hervor, dass das digital intelligent gewordene Auto gegenüber der reinen PS-Zahl einen deutlichen Mehrwert besitze. An Beispielen untermauerte er seine Vision.
Während die derzeitigen Navigationsgeräte lediglich zwischen der kürzesten und der schnellsten Strecke unterschieden, könnte er sich auch die Kategorie einer produktivsten Strecke vorstellen. Das könnte die Strecke sein, bei der man ohne Verbindungsabbruch ständig telefonieren könne.
Kommunikationsformen zwischen Auto und Parkhaus könnten individuelle Wünsche befriedigen.
Drohende Fahrverbote in den Städten verlangten Antworten, die unter anderem über autonomes Fahren gefunden werden könnten.
Den anwesenden Eltern und Schülern machte er Mut, für die eigene Zukunft und das eigene Planen Kopf und Herz zu nutzen, die Dinge leidenschaftlich anzupacken, von der eigenen Zielsetzung überzeugt zu sein und am Ende groß zu denken.
Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete Thilo Koslowski Fragen aus dem Publikum, die natürlich auch digital gestellt werden konnten. Die ehemalige FAG-Schülerin Julia Jeck, inzwischen Portfolio-Analyst bei Porsche-Digital und Mitarbeiterin von Thilo Koslowski schuf dafür die technischen Voraussetzungen.
Die Schüler Simon Bauerle und Nadine Rager moderierten die sich anschließende Fragerunde. Die Bereiche Arbeitsplatzsituation und Digitalisierung, Datensicherheit, Gefahren der künstlichen Intelligenz standen im Vordergrund des Publikuminteresses.