Alpenexkursion des Geographie-Neigungskurses am FAG

6:30 Uhr am Vaihinger Bahnhof. Die Alpinisten stehen in ihren Startlöchern, bereit die Reise anzutreten. Doch nachdem sich alle am Gleis 2 versammelt hatten, stellte sich eine prekäre Lage heraus. Ein Familienmitglied fehlte. Ohne lange überlegen zu müssen, wussten alle, dass Raphael der Fehlende sein würde. Das aufgewühlte Alphatierchen der Alpinisten, Frau Henriette Dieterle, mit dem schwarzen Filzhut konnte nach einigen Minuten der Schockstarre wieder aufatmen, als Raphael schließlich die Treppen zum Gleis heraufschlenderte. Pünktlich um 6:39 wurde Fahrt aufgenommen, gegen 11 Uhr stiegen die ausgelaugten Gemüter in die Zahnradbahn. Nun ging die Reise weiter zum höchsten Berg Deutschlands. Oben angekommen hatten die wissbegierigen Geographen mit starken Windböen und sichterschwerenden Nebelschwaden zu kämpfen. Trotz der miserablen Bedingungen schlug sich die Wandertruppe wacker. Nach einigen informationsreichen Impulsen über die Zugspitze, vorgetragen von einigen Referenten, besuchten wir die kleine Wetterstation, welche über die Gipfelhöhe der Zugspitze ragte. Besonders staunten die Geographen über die Schilderung, dass im Jahre 1985 Windstärken von 335 km/h über die Zugspitze hinwegzogen. Nach den Vorträgen wagte die Gruppe den gefährlichen Abstieg hinab zur Rodelbahn. Nach einer risikoreichen Fahrt, bei der so mancher nach einem gefährlichen Manöver im kalten, nassen Schnee landete, ging es wieder talwärts. 1 Berg!1 Berg!Der sehnsüchtige Schüler kam nun endlich in der urigen Behausung in Garmisch an. Nachdem alles Gepäck untergebracht wurde und einige Besorgungen bei den umliegenden Kaufhäusern gemacht wurden, marschierte die Schülerschaft los zu einem griechischen Wirtshaus, in dem an diesem Abend Speis und Trank zu sich genommen wurde. Nach diesem aufregendem Tag krochen die Geographen am nächsten Morgen mit schweren Augenlidern aus ihren Nestern. Die trägen Gemüter schleppten sich in den Speisesaal, um genüsslich die erste Mahlzeit des Tages einzunehmen und die Ressourcen des Körpers wieder aufzufüllen. Nun wurde endlich die lange Wanderung angetreten! Am heutigen Morgen sollte die Reintalangerhütte erreicht werden! Die atemberaubende Partnachklamm wurde durchquert, wobei die steilen, nahezu senkrechten Felswände der Klamm und das laute Rauschen der tosenden Partnach großes Staunen bei der Schülerschaft auslöste. Aufgrund eines glorreichen Vortrags über die Entstehung der Partnach erfuhr die Gruppe, dass die Partnach wegen des festen alpinen Muschelkalkgesteins und der gleichzeitigen Hebung diese einzigartige Klamm mit ihren überhängenden Felswänden geformt hatte. Bei einem langen Marsch talaufwärts hatte der Schüler Zeit, die Seele baumeln zulassen und die Schönheit der Natur auf sich wirken zu lassen. Endlich! Die Blockhütte war in Sicht. Geführt von dem allmählich aufkommenden Kohldampf eilten die Schüler zur Hütte, um sich die Mägen vollzuschlagen und Energie zu tanken.
Die Hälfte der Höhenmeter wurde erklommen, als es schließlich anfing zu regnen. Aber nein, die Flinte wurde nicht so schnell ins Korn geworfen, denn die Referenten hielten ihre Vorträge und die höfliche Schülerschaft lauschte interessiert. Nach fast drei kräftezehrenden Stunden im kühlen Nass erreichten die Gruppe schließlich, zur Erleichterung aller, die Reintalangerhütte, als finale Station des Tages. Dort stürmten die Schüler zunächst das Matratzenlager, bevor sie sich der deftigen Mahlzeit zuwandten. Der Müdigkeit und Erschöpfung trotzend verbrachten sie den Abend zusammen und zeigten ihr Talent bei der einen oder anderen Partie Mäxle gegen die enthusiastische Lehrerin Henriette Dieterle und Dr. Martin Neher. Dabei ließ das konkurrenzreiche Spiel vereinzelte Schüler Freund und Feind vergessen. Gegen zehn Uhr abends löste ich die gesellige Truppe jedoch auf und der Schlaf ließ die Lieder schwer werden.
Am nächsten Morgen wurde die gesamte Hütte um halb sieben von einer mehr oder weniger lieblichen Melodie einer Quetschkommode geweckt. Die müden Kinder verkrochen sich anstatt aufzustehen lieber weiter in ihren Schlafkojen, weshalb Dr. Martin Neher sich schließlich aufmachte, um die Bande ein zweites Mal zu wecken. Langsam kam Leben in die Hütte und man bekam einige der verschlafenen Gestalten zu Gesicht. Die Aussicht an diesem Tag noch den oberen Anger zu besichtigen und vor allem die Vorfreude auf eine Dusche und ein bequemes Bett brachte die Schüler dann schließlich doch noch auf die Beine. Nachdem sich die Teilnehmer an dem reichhaltigen und vielfältigen Buffet die Bäuche vollgeschlagen hatten, ging es schließlich weiter in Richtung des oberen Angers und des Partnachursprungs, wo weitere geologische Gegebenheiten bestaunt und erklärt wurden. Am oberen Anger wurden das Steingerümpel und die weitläufige Fläche ausgenutzt, um den Bergziegen etwas Freilauf zu gewähren. Von dort ging es dann auch wieder zurück, um die vollgepackten Wanderrucksäcke einzusammeln und sich für den Abstieg über Geröll, Steinbrocken und Wurzeln vorzubereiten. Da es an diesem Tag deutlich bessere Sichtverhältnisse als am Vortag gab, wurde die eindrucksvolle Geologie des Reintals (ohne „h“) erneut zu Genüge betrachtet. Als der vierstündige Weg talwärts endlich gemeistert war, sanken alle mit schmerzendem Fußwerk vor der Bushaltestelle zusammen.
Die ruhige Zugfahrt zurück in das Heimatdorf Vaihingen Enz verlief ohne Komplikationen. Nach diesen ereignisreichen Tagen trennten sich die Wege am Hauptbahnhof und alle der 15 Teilnehmer gingen mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause. Wir bedanken uns recht herzlich bei Frau Henriette Dieterle und Herrn Dr. Martin Neher für die einmalige Erfahrung und die tolle Zeit.