FAG-Schülerinnen beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen auf dem Siegertreppchen

FAG-Schülerinnen beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen auf dem Siegertreppchen
Vier Tage lief die dritte Runde des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen mit 46 hochmotivierten mehrsprachigen Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland, die sich gegen etwa tausend Mitbewerber aus den ersten beiden Vorrunden durchsetzten. Mit Wiebke Neibig und Marie-Kristin Krüger schafften es gleich zwei FAG-Schülerinnen in die Endrunde nach Rastatt. Bundesweit war das Friedrich-Abel-Gymnasium damit eine von drei Schulen, die gleich zwei Schülerinnen ins Finale schicken konnte. Die Teilnehmer wetteiferten in insgesamt elf Fremdsprachen um die Siegertreppchen, kooperierten aber auch sehr eng und bereicherten sich gegenseitig.
Das Wettbewerbformat verlangte auf höchstem Niveau sprachliche und geistige Flexibilität, Ausdauer und Kreativität. Zum Thema „Rastatt – Nabel der Welt“ mussten die Neuankömmlinge in Sechsergruppen zu Eindrücken und Leben in der Barockstadt eine Präsentation erstellen. Die sechsköpfigen Gruppen drehten Filme, schrieben Texte und präsentierten, jeder in einer von ihm frei gewählten Sprache. Bewertet wurden der Inhalt, die Teamfähigkeit und die Umsetzung des Themas.
Am Samstag verkleinerten sich die Gruppengrößen. Mit drei weiteren Teilnehmern führte Marie-Kristin Krüger ein Gespräch zum Thema „Ich will Verbote“ und Wiebke Neibig traf auf das Thema „Zwei Dinge, die Eltern ihren Kindern mitgeben sollten: Wurzeln und Flügel“. Fremdsprachen WettbewerbFremdsprachen Wettbewerb Das Interessante an diesem Format war die Mischung der Gruppen. In jeder Gruppe befanden sich Sprecher, deren Sprache von den anderen nicht gelernt wurde und trotzdem mussten die Schüler auf die in unbekannten Sprachen vorgetragenen Argumente der Mitdiskutanten eingehen. In der dritten Auswahlrunde wurden die Teilnehmer in Einzelgesprächen in jeder Sprache 15 Minuten getestet. Marie-Kristin Krüger sprach auf Englisch über den Brexit und auf Italienisch über die Mafia. Wiebke Neibig referierte auf Italienisch über die Mafia und die Migration und auf Englisch über Religion und Medizin. Am Samstagabend absolvierten die Teilnehmer sozusagen nebenbei zwischen 20.00 Uhr und 21.30 Uhr den Toefeltest. Er ist der sprachliche Qualitätsnachweis für ein Studium an ausländischen Universitäten. Es verwundert nicht, dass alle Teilnehmer den Test bestanden. Am Montagmorgen wurde es für die 46 Teilnehmer ein letztes Mal spannend. In einer Feierstunde, an der Staatssekretär Volker Schebesta vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport ebenso teilnahm wie Robert Just, Vorsitzender der Bundesjury, Fabian Rausch von der Studienstiftung des deutschen Volkes und Elisabeth Lebek von der Elisabeth-Lebek-Stiftung für Lebendiges Latein e.V., betonten alle in kurzen Interviewbeiträgen, welche großartige Leistung die jungen Sprachtalente in den zurückliegenden Tagen erbrachten, wie viel Arbeit die Endausscheidung mit sich brachte, aber auch wie viel Freude und Spaß sich bei den jungen Teilnehmern entwickelte. Just erläuterte das Bewertungssystem des Wettbewerbs und betonte, dass sich die Juroren bei den zu vergebenden Punkten im Grunde immer schnell einig seien, bezeichnete die Unterschiede zwischen den Preisträgern aber als „marginal“. Es gab insgesamt vier Preiskategorien und einen Zusatzpreis für Latein. Wiebke Neibig erreichte einen dritten Platz und Marie-Kristin Krüger schaffte es im Gesamtklassement auf einen zweiten Platz. Damit gehören die beiden jungen Sprachentalente des Friedrich-Abel-Gymnasiums zur absoluten Spitzenklasse in der Bundesrepublik Deutschland.
Eher bescheiden reagierten die beiden auf ihren großen Erfolg. Beide fanden die Motivation zur Teilnahme am Wettbewerb durch ihren Italienischlehrer StD Rainer Geppert hilfreich, für beide war der gesamte Wettbewerb eine tolle Erfahrung. „Es hat mich sehr interessiert, wie andere Sprachen lernen“, meinte zudem Wiebke Neibig und Marie-Kristin Krüger staunte, dass sich eine Teilnehmerin niederländisch selbst beigebracht hatte. Ein Sprachenstudium wollen die jungen Sprachtalente aber eher nicht absolvieren. Vielleicht überrascht das auf den zweiten Blick gar nicht so sehr, können die beiden doch fast schon alles in ihren Fremdsprachen.