Auftakt zur deutsch-amerikanischen Partnerschaft am FAG

Schüler aus Virginia / USA zu Gast

Vaihingen (my) Es ist immer etwas Schönes, wenn Schüler – nicht nur der unterschiedlichen Sprache wegen – einander treffen und sich über ihre Landesgrenzen hinaus kennen lernen wollen. Aber es ist schon etwas Besonderes, wenn es sich dabei um den Auftakt einer neuen Partnerschaft handelt und sogar „der großen Teich“ zwischen zwei Kontinenten überwunden wird. Zum ersten Mal findet in diesen Tagen ein Schüleraustauschprogramm zwischen dem George C. Marshall International Center in Leesburg/Virginia und dem Vaihinger Friedrich-Abel-Gymnasium statt. Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling würdigt den Austausch mit den Worten: „Es ist großartig, dass sich die langjährige enge Verbindung zwischen Northern Virginia und der Region Stuttgart nun auch im Schüleraustausch mit jungen Menschen aus Vaihingen an der Enz konkretisiert. So wird die gute Partnerschaft der beiden Regionen, die seit nunmehr fast zwanzig Jahren besteht, vor Ort gelebt und auf eine breite Basis gestellt.“ Austauschschüler aus VirginiaAustauschschüler aus Virginia Diese Basis hat darüber hinaus ihre für Deutschland ganz wichtigen historischen Wurzeln. Denn - so würdigte Schulleiter Hans-Joachim Sinnl das Erbe, das die Gäste repräsentieren - kein Geringerer als der Vater des „Marshall-Plans“, George C. Marshall, ist im Grunde auch der geistige Vater dieser Schülerbegegnung. 1947 trat der us-amerikanische General dafür ein, dass die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit gefördert werde. Dafür erhielt er 1953 den Nobelpreis und wenige Jahre später den Karlspreis. In seinem ehemaligen Haus in Leesburg, 65 km von Washington D.C. entfernt, befindet sich das nach ihm benannte Center, das in seinem Geist die Verbindung zu den europäischen Staaten aufrecht erhält, zum Beispiel durch Austauschprogramme für Schüler. Zehn Vaihinger Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 haben im vergangenen Oktober bereits den ersten Schritt getan und zwei Wochen in Leesburg verbracht. Daran, dass dies möglich wurde, hatten ganz viele verschiedene Menschen einen großen Anteil. Zum einen Daniela Bürkert-Remlinger, die – begleitet von der Fachschaft Englisch – lange zuvor schon für eine intensive Kontaktpflege gesorgt hatte. Aber auch finanzielle Unterstützung kam für diese Partnerschaft, unter anderem von Dr. Michael Allert, dem Vorsitzenden der Bietigheimer Industrievereinigung. Austauschschüler aus VirginiaAustauschschüler aus Virginia Nun bieten die Oberstufenschüler vom FAG ihren amerikanischen Gästen, die am vergangenen Samstag angereist sind, einen Einblick in das deutsche Familien-, Schul- und sogar Arbeitsleben, denn vier Tage sind für Praktika in verschiedenen Unternehmen reserviert. Darüber hinaus werden aber auch Ausflüge in die nähere Umgebung gemacht, so zum Beispiel in den Schwarzwald, nach Heidelberg und natürlich in die Landeshauptstadt Stuttgart. Dabei sollen die jungen Amerikaner erfahren, dass Deutschland mehr zu bieten hat als Lederhosen, Bier, Sauerkraut oder die Marke Mercedes, so der Schulleiter vom FAG. Er wies auf die enge Verbindung der beiden Länder hin, die sich nicht nur in wirtschaftlichen Bereichen, sondern auch im Hinblick auf die gleichen westlichen Werte ergäbe, die auf beiden Seiten des Atlantiks gelebt würden. Zum Dank für die erwiesene Gastfreundschaft überreichte Begleitlehrerin Anne Shively im Namen ihrer Präsidentin Pat Daly einen Stift aus Holz, der aus der dreihundertjährigen Eiche gefertigt wurde, die im Garten von George C. Marshalls ehemaligem Haus in Leesburg steht. Aber auch Vaihingens OB Gerd Maisch kann seinen Schreibtisch nun mit einem Andenken aus Virginia zieren. Er erhielt beim Empfang der Gäste und ihrer Gastgeber im Rathaus einen Brieföffner aus dem Holz des alten Baums.