BK-Neigungskurs wagt sich an moderne Architektur

Der Neigungskurs KunstDer Neigungskurs Kunst

Am Donnerstag vor den Osterferien standen wir als kleines frierendes Grüppchen in der morgendlichen Dunkelheit am Bahnhof Vaihingen/Enz, um uns auf den Weg nach Köln zu machen, zu zwei Bauten des wohl momentan angesagtesten Architekten -zu Peter Zumthor.

Unser erstes Ziel: die Bruder-Klaus-Kapelle in Wachendorf, nahe Köln. Senkrecht aufragend, wie eine Festung im lieblich hügeligen Umland, blitzte sie plötzlich immer wieder zwischen den Bäumen und Feldern auf. Und dann sahen, fühlten und rochen wir, was vorher nur graue Theorie war: Die geometrische Außenhülle aus sandfarbenem Stampfbeton, die den organischen Kapellenraum undurchdringlich umschloss; die rauen, nach Rauch riechenden Hohlformen der ausgebrannten Fichtenstämme, die mit ihren funkelnden Glaskugeln den lichtarmen Innenraum in ein Sternenzelt verwandelten; die tropfenförmige Öffnung gen Himmel, die dem Regen, der Sonne, der Kälte und dem Wind ungehindert Einlass gewährte. Ein beeindruckendes Kleinod inmitten der Felder, das inzwischen Pilgerziel für viele Neugierige geworden war.

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In Köln, unserer 2. Station, eröffnete sich uns mit dem Diözesanmuseum Kolumba etwas gänzlich anderes: Umhüllt mit Filtermauerwerk lag eine Ausgrabungsstelle im Dämmerlicht vor uns, sakrale Gegenstände präsentierten sich in einem Dunkelraum, Kunstwerke verschiedenster Künstler fanden sich in turmhohen, lehmverputzten Räumen mit herabfallendem Oberlicht, in fensterlosen Kabinetten oder auf Flächen, einer italienischen Piazza ähnelnd, wieder. Schattenfugen, Broschenfenster und Implantate- die Kuratorin des Kolumbamuseums stellte sich einer spannenden Fragerunde im holzvertäfelten Lesezimmer und ließ uns ihre Begeisterung für ihren Arbeitsplatz spüren. Manch einer nützte diese Stunde auch als Verschnaufpause auf den eigens von Zumthor entworfenen weichen Ledersesseln. Dann noch ein schneller Gang ins nahegelegene Wallraf-Richartz-Museum, um Rembrandt einen Besuch abzustatten und seinen lachenden Zeuxis im Original zu bewundern.

Weder die Schafskälte, die just an diesem Tag über Köln hereinbrach, noch der Stau, der uns nicht aus Köln abfahren ließ, konnte uns davon abbringen, Zumthors atmosphärische Formensprache ausgiebig zu erkunden, seine Liebe zu den unterschiedlichsten Materialien begeisternd zu erspüren und seine eigenwilligen Raumkonzepte durchschreitend zu erfahren.

AusgrabungAusgrabung

Um viele Eindrücke reicher standen wir in der nächtlichen Dunkelheit am Bahnhof in Vaihingen /Enz, um uns müde- aber erfüllt- voneinander zu verabschieden. Mir hat es sehr viel Spaß mit Euch gemacht! Christina Henselmann

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