Selbstevaluation 2009/10

Selbstevaluation 2009/10

1. Thema

Im Schuljahr 2009/10 wurde im Rahmen der Selbstevaluation das Thema „Rückmeldung von Lehrern auf Schüleraktivitäten“ vom 24. Februar bis zum 29. März evaluiert.
Dieses Thema ergab sich aus der Selbstevaluation des Vorjahrs, der „Organisation der Vergabe und der Bewältigung von Hausaufgaben“. Damals zeigte sich, dass Schüler für gut erledigte Hausaufgaben zu wenig gelobt werden. Das Selbstevaluationsteam fragte sich, wie viel im Unterricht überhaupt gelobt wird, und weiter, in welchem Maß Lehrer ihren Schülern Rückmeldung geben. Dabei war nicht mehr nur das Lob wichtig, sondern auch, wie Lehrer auf Schülerantworten, -fragen und -verhalten reagieren.
Im Schuljahr 2009/10 setzte sich das Evaluationsteam aus folgenden Personen zusammen:
Frau Ernst, Frau Kern, Frau Neumeister, Frau Scharsich, Herr Vogt, Frau Finkbeiner-Knapp, Frau Klein, Frau Mendgen, Theresa Bendel, Lena Gahn, Nicola Magino, Jasmin Stingl, Gianna Robustino, Jana Surjadi.

2. Durchführung

Alle Lehrer der Schule wurden eingeladen, auf freiwilliger Basis Hospitationstandems zu bilden. Dabei spielte die Fächerkombination keine Rolle. Die beiden Kollegen eines Tandems besuchten sich im Februar/März im Unterricht: jeder besuchte seinen Tandempartner mindestens zweimal für jeweils mindestens 20 Minuten. Den Kollegen wurde allerdings empfohlen, sich nicht nur 20 Minuten, sondern 45 Minuten zu besuchen, um einen Überblick über die gesamte Unterrichts¬stunde zu erhalten. Während der Besuche füllte der beobachtende Kollege einen Beobachtungsbogen (s. Anlage A) aus und wertete diesen gemeinsam mit dem besuchten Kollegen nach der Stunde aus. Im Gespräch sollte vor allem auf die Rückmeldungen eingegangen werden, aber auch Dinge thematisiert werden, die im Unterricht auffielen. Dadurch konnte der beobachtete Kollege seinen eigenen Unterricht kritisch reflektieren und neue Impulse für seine Arbeit erhalten.
Der beobachtende Kollege füllte anschließend einen Beobachtungsbogen für den Rücklauf an die Selbstevaluationsgruppe aus (s. Anlage B).

3. Auswertung

Insgesamt wurden 69 Beobachtungsbögen an die Selbstevaluationsgruppe zurückgeleitet und ausgewertet (s. Anlage C).
Um die Suche nach Auffälligkeiten in den ersten vier Spalten einfacher zu gestalten, wurde in diesen Spalten der Grundwert um die Anzahl in der letzten Spalte reduziert.
Die weitere Auswertung erfolgte sowohl in der Selbstevaluationsgruppe als auch in der Gruppe der teilnehmenden Tandempartner. Sie arbeiteten zunächst Auffälligkeiten heraus und überlegten sich anschließend Gründe dafür. Es wurde auch nach Maßnahmen gesucht, wie man in der Schule verbesserungswürdigen Auffälligkeiten begegnen könnte. Der folgende Überblick zeigt die Ergebnisse dieser Arbeit.

Erkennbare Stärken:

  • a) … zur Art und Weise der Rückmeldung:
    • höflich und wertschätzend
    • respektvolles Verhalten
    • angemessene Lautstärke
    • positive Art und Weise
  • Mögliche Gründe für den Erfolg:
    • persönliche Haltung der Kollegen
    • gute Ausbildung der Lehrer
    • gutes Verhalten der Schüler, soziale Herkunft
    • positives Schulklima und gute Schulleitung
  • b) … zur inhaltlichen Rückmeldung auf Schülerfragen
    • angemessene Rückmeldungen
  • Mögliche Gründe für den Erfolg:
    • gutes methodisches Gespür und gute Ausbildung der Lehrer
    • Fachinteresse und Identifikation mit dem Beruf
  • c) … zur Rückmeldung auf Schülerverhalten
    • personenbezogene Rückmeldung auf Störungen (keine Verallgemeinerungen)
  • Mögliche Gründe für den Erfolg:
    • gute Ausbildung der Lehrer
    • gute Selbstreflexion
    • persönliche Haltung der Kollegen

Erkennbare Schwächen:

  • a) … zur inhaltlichen Rückmeldung auf Schülerbeiträge
    • zu wenig Förderung der Schüler durch weitere Aufgaben
  • Mögliche Gründe für die Ausprägung des Problems:
    • zu große Klassen
    • Zeitmangel
    • methodische Defizite
  • b) … zur Rückmeldung auf Schülerverhalten
    • gelegentlich keine angemessene Reaktion auf Störungen
  • Mögliche Gründe für die Ausprägung des Problems:
    • Verlust des roten Unterrichtsfadens befürchtet
    • Zeiteffizienz: Verlust von Unterrichtszeit
    • Überforderung
    • fehlende Kenntnisnahme
    • zu große Klassen
    • ungeeignete Unterrichtsräume
  • c) … zur inhaltlichen Rückmeldung auf Schülerbeiträge und
    … zur Rückmeldung auf Schülerverhalten
    • zu wenig Lob für gute Beiträge bzw. gutes Verhalten
  • Mögliche Gründe für die Ausprägung des Problems:
    • Bedeutung von Lob wird nicht erkannt
    • Lob wird neben negativer Kritik vergessen da es nicht erwartet wird
  • d) … zur Rückmeldung auf Schülerfragen
    • Lehrer beantwortet Fragen selbst
  • Gründe für die Ausprägung des Problems:
    • Ungeduld der Lehrer
    • Zeitmanagement der Unterrichtsstunde

4. Handlungsbedarf

Die Ergebnisse der Evaluation der „Rückmeldung von Lehrern auf Schüleraktivitäten“ weisen in einigen Punkten auf einen Handlungsbedarf hin:

  • Fortbildungen zum Thema „Binnendifferenzierung“
  • Fortbildungen zum Thema „Umgang mit Störungen“
  • Weitere Hospitationen unter Kollegen
  • Tandemunterricht
  • Kleinere Klassen
  • Raumtausch
  • akustische Optimierung der Räumlichkeiten
AnhangGröße
Anlage A.doc47 KB
Anlage B.doc48 KB
Anlage C.xls19 KB